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Schleswiger Nachrichten

28. März 2017 | 04:30 Uhr

Nach Grossbrand in Dannewerk : Fünf Tonnen Fisch sind verbrannt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Großbrand in Dannewerker Firma: Räucherei, Büros und Kühlräume des Fischproduzenten und Jürgen Rieger zerstört.

Dannewerk | Kein Lachs, keine Makrelen, kein Heilbutt und auch keine Feinkostsalate: Die Auslage des Verkaufswagens der Firma Rieger aus Dannewerk auf dem Schleswiger Capitolplatz wird heute leer sein. Waren werden nicht angeboten. Auf dem Gelände des mobilen Fisch-Produktions und Verkaufsbetriebes Jürgen Rieger hat es in der Nacht zu Pfingstsonntag gebrannt. Das Büro von Geschäftsführer Martin Rieger ist komplett zerstört, Annahmebereich, Kühlräume, Räucherei und Frostraum sind stark beschädigt. Gut fünf Tonnen Fisch sind vernichtet worden. Rieger schätzt den reinen Lebensmittelschaden auf 15 000 bis 20 000 Euro. Sechs Feuerwehren mit rund 70 Einsatzkräften waren auf dem Gelände des Firmensitzes am Ochsenweg im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der erste Notruf war gegen 22.40 Uhr in der Regionalleitstelle Nord in Harrislee eingegangen. Ein Autofahrer hatte starke Rauchentwicklung aus dem Dachstuhl des Firmengebäudes entdeckt und Alarm geschlagen. Die Leitstelle löste Großalarm für die umliegenden Feuerwehren sowie die Drehleiter aus Schleswig aus.

Da der Brandort direkt gegenüber des Gerätehauses der Feuerwehr Dannewerk liegt, waren die ersten Feuerwehrleute schnell vor Ort. Kurz darauf schlugen dann auch schon die Flammen aus dem Dachstuhl. „Alle Zugänge zum Gebäude waren versperrt, daher mussten wir zunächst die dort geparkten Verkaufswagen in Sicherheit bringen und uns anschließend gewaltsam Zutritt zu dem brennenden Teil des Betriebes verschaffen. Glücklicherweise verfügt das Gebäude im Dachstuhl über eine Brandwand, die das Feuer ungefähr an der Hälfte des Hauses gestoppt hat“, sagt Einsatzleiter Gunnar Brast. Nach rund einer Stunde hatten die Einsatzkräfte das Feuer mit einem massiven Wassereinsatz unter Kontrolle gebracht.

Ebenso unklar wie die genaue Schadenshöhe ist auch noch die Ursache für den Großbrand. „Es gibt viele Theorien. Es könnte ein technischer Defekt gewesen sein, aber ich kann auch nur spekulieren“, sagt Martin Rieger, der neben dem materiellen Schaden, den er zu beklagen hat, auch um immaterielle Wersachen trauert. „Ich hatte eine große Lebensmittelbibliothek mit Fachliteratur. Dass die verbrannt ist, das tut richtig weh“, sagt der 51-Jährige. Nun ermittelt die Kripo. Das Gebäude ist abgesperrt.

Aufgrund der Flammen und des vielen Löschwassers sind auch die nicht gänzlich ausgebrannten Räume stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Räucheröfen und Kühlräume sind jedoch vermutlich nicht so stark beschädigt, dass sie erneuert werden müssen. Rieger hofft, dass er in zwei Monaten wieder in Dannewerk produzieren kann. Momentan liegt der Betrieb jedoch still. Nun gehe es darum, mit Hilfe befreundetet Firmenpartner einen Notbetrieb einzurichten, um den Verlust möglichst gering zu halten. Auch sucht der Geschäftsführer in Schleswig oder im Umland nach geeigneten Räumen, um schnellstmöglich parallel zu den Aufräumarbeiten am Stammsitz in Dannewerk die Produktion wieder aufleben zu lassen. „Unser Frischfischzufuhr ist durch den Brand ja glücklicherweise nicht gekappt“, so Rieger. Der 1937 von Martin Riegers Großvater Otto am Schleswiger Holm gegründete Betrieb, der 1974 nach Dannewerk umsiedelte, bezieht seinen Fisch vorrangig von skandinavischen Lieferanten.

Kleinere Arbeiten wie die Zusammenstellung von Fischplatten können Rieger und seine gut 40 Mitarbeiter schon jetzt in der Küche des benachbarten Rothenkrug erledigen, der von Riegers Mutter betrieben wird. Auch die elf Verkaufswagen sind einsatzbereit, um Wochenmärkte und Superärkte in ganz Schleswig-Holstein anzufahren. „Wir versuchen alles Mögliche und hoffen, dass wir am Wochenende – wenn auch mit eingeschränktem Sortiment – wieder auf den Märkten präsent sind“, hofft Martin Rieger.

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