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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 09:45 Uhr

Gross Rheide : Freispruch nach tödlichem Unfall

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Motorradfahrer starb nach Zusammenstoß mit abbiegendem Pkw bei Groß Rheide. Eine Mitschuld war der Autofahrerin nicht nachzuweisen.

Gut ein Jahr nach einem Verkehrsunfall bei Groß Rheide, bei dem ein 29-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen war, musste sich eine beteiligte Autofahrerin wegen fahrlässiger Tötung nun vor dem Schleswiger Amtsgericht verantworten. Die 54-Jährige wurde am Montag freigesprochen. Es sei nicht auszuschließen, so der Richter in seiner Urteilsbegründung, dass die Frau das Motorrad, das sich mit weit überhöhter Geschwindigkeit näherte, gar sich sehen konnte.

Die Frau war am 3. Juli vergangenen Jahres um die Mittagszeit zusammen mit ihrem damals 16 Jahre alten Sohn auf der Landesstraße 39 von Dörpstedt in Richtung Groß Rheide unterwegs, als ihr einfiel, dass sie etwas vergessen hatte. „Deshalb wollte ich wenden“, sagte sie vor Gericht aus. Nach eigenen Angaben stoppte sie und setzte den Blinker, um nach links in einen Feldweg abzubiegen. Sie habe zwar eine Autokolonne gesehen, die ihr entgegenkam, die aber sei weit genug weg gewesen, um gefahrlos abzubiegen. Allerdings hatte die Frau keinen Motorradfahrer gesehen. „Ich war schon fast in den Feldweg eingebogen, als ich einen Schatten sah. Dann gab es einen Knall.“

Das Motorrad schlug mit mindestens 140 Stundenkilometern in den Wagen ein, wie ein Sachverständiger später vortrug. Der Motorradfahrer landete auf der Rückbank des Wagens, er starb noch an der Unfallstelle.

„Es ist wie im Fernsehen: Im Zweifel ist für die Angeklagte zu entscheiden“, sagte der Richter. Da keine Fakten dagegen sprächen, sei davon auszugehen, dass der Motorradfahrer so schnell fuhr, dass die Frau ihn nicht wahrnehmen konnte. Deshalb könne das Gericht ihr keine Fahrlässigkeit vorwerfen – mit der zwangsläufigen Folge eines Freispruchs.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 17:16 Uhr

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