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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 10:00 Uhr

schleswig : Fast wie in alten Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehrere Tausend Besucher strömten am Wochenende zum Adventsflohmarkt in die Friedrichstraße. Die Veranstaltung soll auch 2017 stattfinden.

Noch ist es nicht ganz so wie früher. Aber dass der traditionsreiche Friedrichsberger Adventsflohmarkt in den kommenden Jahren wieder zu der Kult-Veranstaltung werden kann, die er einmal war, darin waren sich am Wochenende Händler und Besucher einig. Von Freitag- bis Sonnabendabend fand der Markt nun zum zweiten Mal statt – nachdem er zuvor jahrelang in der Versenkung verschwunden war.

Wie damals ging es dabei auch diesmal nicht in erster Linie ums Geschäft. Das merkte man schnell, wenn man die fairen Preise hörte, die die privaten Händler mit ihren Kunden für so manchen Dachbodenfund aushandelten. Bekannte und Nachbarn treffen, dabei Spaß haben und vielleicht das ein oder andere Schnäppchen schlagen: Das stand augenscheinlich viel mehr im Vordergrund. Viele Standbetreiber waren wahrscheinlich anlässlich der beginnenden Adventszeit ohnehin in den Abseiten ihres Hauses umhergekrochen, um die Weihnachtsdekoration herauszukramen. Vieles, was ihnen dabei an anderen Dingen vor die Füße fiel, landete nun auf den Flohmarkttischen.

Bereits am frühen Freitagabend füllte sich die Friedrichstraße anständig. Zwar waren es nicht so viele Verkäufer wie zu früheren Hochzeiten, doch die Stimmung war genau so gut. Nach vielen netten Gesprächen und guten Geschäften hatten dann gegen 22 Uhr in erster Linie die Punschverkäufer gut zu tun. Zu dieser Zeit war Feierabend für Enja Albertsen und Giovanna Gava, die extra aus Nordfriesland gekommen waren, um ihre Sachen zu verkaufen. „Wir hatten Spaß, obwohl wir nicht wahnsinnig viel verkauft haben. Aber jetzt sind wir total durchgefroren und möchten heim“, sagte Enja Albertesen, während sie ihre Restposten zum Auto schleppte. Andere Verkäufer hielten länger durch – auch zum Glück für die Schwestern Birgit Tapper und Heike Meier. Bei Michael Haberland, der selbstgemachte Holzdekorationen verkaufte, wurden sie fündig. Sie kennen den Flohmarkt noch von früher, wie viele andere Besucher auch, und waren ganz zufrieden. So voll wie damals sei es zwar noch nicht, aber das Potenzial sei da. „Wir spielen im Blasorchester, kommen gerade von einem Auftritt aus Schuby und freuen uns jetzt hier zu sein“, sagte Birgit Tapper.

Auch Monika Lenuweit, Kirsten Lorenzen und Marion Sommer kennen den Friedrichsberger Flohmarkt noch so, wie er früher war. Damals haben sie eher gekauft, nun standen sie selbst hinter den Tapeziertischen und hatten Spaß. „Im letzten Jahr haben wir als Einzige die ganze Nacht hier draußen verbracht und auch in diesem Jahr ziehen wir das durch“, sagte Lorenzen entschlossen. Gut vorbereitet waren die Schleswigerinnen – im Gegensatz zu Monika Klenz, die sich eher spontan dazu entschlossen hatte, über Nacht zu bleiben. Solidarisch lud das Damentrio die Rentnerin dann gegen Mitternacht zu sich an den Heizstrahler ein.

Nora Klatt war zum ersten Mal beim Mitternachtsflohmarkt dabei und somit frei von Erwartungen: „Wir hatten einen sehr schönen Abend hier“, bilanzierte sie gegen 23 Uhr, als sie sich den kurz zuvor erworbenen Holz-Elefanten unter den Arm klemmte und mit ihrem Freund Moritz Corpus nach Hause fuhr. Metallbauer Finn Malicki, der erst kürzlich in die Friedrichstraße gezogen ist, war ebenfalls ein Neuling auf dem Markt. Er hatte wahrscheinlich den kleinsten Stand: Er wollte nur seine vier handgefertigten Lehrstücke in gute Hände geben.

Am Sonnabendmorgen waren viele Händler dann wieder da, auch wenn sich die Reihen ein wenig gelichtet hatten. Unter anderem verkauften einige Kinder altes Spielzeug, um pünktlich zu Weihnachten Platz für neues zu schaffen. Merve und Arife Dede standen mit ihrer Freundin Lianna Juister vor dem Laden ihrer Tante Rabiye, die in der Friedrichstraße eine Änderungsschneiderei und ein Modegeschäft betreibt. Bis 18 Uhr wurde dann weiter gefeilscht, dann war der Flohmarkt zu Ende – aber bei Bier und Punsch gab es noch Livemusik auf die Ohren.

Von einer „tollen Veranstaltung“ sprach am Ende Organisator Ingo Harder. Besonders der Freitag sei „top“ gewesen. „Die Stimmung war insgesamt sehr gut und es gab keinerlei Probleme. Das Sicherheitspersonal musste nicht einmal eingreifen“, sagte er und fügte an: „Im nächsten Jahr geht es hier weiter.“

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