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Schleswiger Nachrichten

02. Dezember 2016 | 21:07 Uhr

Hollingstedt : Es sind noch Storchennester frei

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bisher sind nicht alle Störche aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. In Dörpstedt, Süderstapel und Hollingstedt werden Stammgäste vermisst

Den Anfang machten, wie in jedem Jahr, die „Westzieher“ – Weißstörche, die in Spanien überwintern, kehrten als erste ab Anfang Februar aus ihren Winterquartieren zurück. Nach und nach folgen ihnen die Afrika-Heimkehrer auch über die Ostroute, bis schließlich die letzten Anfang Mai die Region erreichen. Im Kreis Schleswig-Flensburg, den Jörg Heyna betreut, sind bisher 37 Storchenbrutpaare angekommen, 2015 waren es insgesamt 42, im Jahr davor 46 und 2013 sogar 56 Paare. Erfreulich sei, so Heyna, dass die Nester in Angeln in Estrup, Satrup, Hostrup und Havetoft wie im Vorjahr wieder belegt sind. „Auf dem Geestrücken sind mehrere Nester, die sonst immer belegt sind, noch ohne Störche wie in Dörpstedt, Süderstapel oder Hollingstedt“, sagt der Storchenbetreuer.

Heyna hat festgestellt, dass zurzeit sehr viel Unruhe in der Storchenwelt herrscht. Es habe viele Kämpfe und häufig wechselnde Partner gegeben. Das sei sehr ungewöhnlich. „Die Harmonie ist vorbei. Es liegt wohl auch daran, dass Einzelstörche auf ihren Partner warten und dann andere Beziehungen eingehen. Die bei Störchen angesagte Partnertreue hat sich verändert. Dies ist auch in anderen Regionen erkennbar“, so Heyna.

Bemerkenswert sei auch, dass immer mehr Störche in Südspanien überwintern. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen 30 Jahren auf zirka 60  000 verzehnfacht. Ein wesentlicher Grund sei, dass sie dort genug Nahrung finden und die Temperaturen stimmten.

Die „Ostzieher“, die im Tschad und Sudan überwintern, kämen über Ägypten, Libanon und der Türkei in unsere Region zurück. Mehrheitlich seien diese Tiere inzwischen zurückgekehrt, weiß Heyna, auch die mit Sender ausgestatteten Vögel. Unter ihnen habe es zwei Verluste im Libanon und in den Pyrenäen gegeben.

Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen, der das Projekt wissenschaftlich begleitet, hat festgestellt, dass die Nahrungsgrundlage in den Winterquartieren gut war und deshalb insgesamt mit wenigen Verluste zu rechnen ist. Er ist optimistisch, dass bis Anfang Mai der gleiche Storchenbestand wie im Vorjahr in der Region verzeichnet werden kann.

Ähnlich ist die Entwicklung im Kreis Nordfriesland. Dort sind acht Paare angekommen und einige Einzelstörche. Im Vorjahr waren es elf, 2014 ebenfalls elf, 2013 zwölf Paare. Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind noch nicht die Zahlen der Brutpaare aus den Vorjahren erreicht. Der dortige Storchenbetreuer Jürgen Lustig aber ist ebenfalls vorsichtig optimistisch, dass die Vorjahreszahlen wieder erreicht werden.

Von Seiten der Storchenbetreuer wurde jedenfalls alles getan, damit sich die Tiere in der Region wohlfühlen und erfolgreich brüten können: „Natürlich wurde in diesem Jahr, wie auch in den Vorjahren, der Frühjahrsputz der Storchennester in unserer Region von Ehrenamtlern durchgeführt, bevor der große Run auf die Nester begann“, sagt Jörg Heyna. „Jetzt können wir nur noch auf weitere Störche hoffen.“


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