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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:49 Uhr

Helios-Klinik in Schleswig : „Es lief alles wie am Schnürchen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Klinik-Umzug war viel früher beendet als geplant. Patienten, Personal und Helfer loben die Organisation. Zwei Babys wurden bereits in der ersten Nacht geboren.

Da müssen Regina Braasch am Sonnabend mächtig die Ohren geklingelt haben, so oft wie ihre Planungsarbeit für den Krankenhaus-Umzug gelobt wurde. Einfach perfekt sei die Koordination gewesen, hieß es bei Patienten, Klinikbeschäftigten und Umzugshelfern gleichermaßen. Fast schade fanden es denn auch etliche Beteiligte, als alles viel früher beendet war als gedacht. Nur etwa sechs Stunden hatte der große Umzug mit 114 Patienten vom alten Martin-Luther-Krankenhaus ins neue Helios-Klinikum an der St. Jürgener Straße gedauert. Während noch die letzten Betten und Umzugskartons in den Fluren standen, wurde bereits in einem der fünf neuen OP-Säle operiert: Unter anderen war ein Unfallopfer mit Knochenbrüchen eingeliefert worden.

Und schon einige Stunden später auf der Geburtshilfe-Station: Gleich zwei Babys, süße Mädchen, wurden in der ersten Nacht des neuen Krankenhauses geboren. Die eine ist Jessica Dolinska aus Schleswig. Sie kam um 20.27 Uhr auf die Welt und bringt 3000 Gramm auf die Waage. Die andere ist das Kind einer syrischen Flüchtlingsfamilie.

Noch während der Umzug im Gange war, lief parallel dazu der Betrieb im neuen Klinikum an. Auch im alten Krankenhaus wurden zu dem Zeitpunkt noch einige Stationen aufrechterhalten, bis schließlich am frühen Sonnabendnachmittag im 54 Jahre alten Martin-Luther-Krankenhaus sozusagen das Licht ausgemacht werden konnte.

In Schleswigs neuem Krankenhaus gab es in den ersten 24 Stunden außer den beiden Geburten bis gestern Mittag bereits 44 ambulante Behandlungen. Zudem wurden 21 Patienten stationär aufgenommen, berichtet Pflegedirektorin Petra Steffen.

Beim Umzug waren neben den Klinikmitarbeitern insgesamt 80 Ehrenamtliche vom Deutschen Roten Kreuz aus Schleswig, Flensburg und Rendsburg-Eckernförde unter der Leitung von Einsatzleiter Carsten Soll zur Stelle. Ihnen standen Helfer vom Arbeiter-Samariter-Bund sowie vom Bundeswehr-Rettungszentrum zur Seite, die mit ihren Intensiv-Transportwagen acht Schwerstkranke beförderten – darunter zwei Koma-Patienten, die eine spezielle Beatmung beim Transport benötigten. Zudem wurde ein Frühchen mit samt seinem Krankenhaus-Inkubator verlegt. „Es lief alles wie am Schnürchen, ich bin beeindruckt von der Umzugsplanung“, sagte Carsten Soll. Das war auch Schleswigs Wehrführer Sönke Schloßmacher, der mit seinen Kameraden die Ein- und Ausfahrten an der alten und neuen Klinik sowie die Kreuzungsbereiche auf dem Transportweg für die Rettungswagen freigehalten hatte: „Hut ab, alles hat sich bestens ineinander gefügt“, meinte er.

Wie viele seiner Kollegen packte Remko von Harlem, Chefarzt der Gefäßmedizin, am Umzugstag mit an, auch beim Bettenmachen. Denn im Flur nahe dem Eingangsbereich wurde es eng, weil die teilweise noch warmen Betten aus dem alten Krankenhaus dort abgestellt waren, damit sie neu bezogen werden konnten. Vorrangig nahm von Harlem indessen die transportierten Patienten in Empfang. „Unser Ziel ist, dass jeder Patient nach der Verlegung hier sofort Arzt-Kontakt hat, damit wir sehen, wie es ihm geht“, sagte er. Sein Eindruck vom Ablauf des historischen Klinik-Umzugs in Schleswig: „Alle scheinen total zufrieden zu sein, es läuft alles so ruhig und entspannt ab.“ Er selbst freue sich auf sein neues Arbeitsfeld im Neubau, besonders auch auf die Super-Ausstattung in den hochmodernen OP-Sälen.

Stationsleiterin Julia Siert freut sich über ihren Licht-durchfluteten Arbeitsplatz und meinte: „Diese guten Arbeitsbedingungen und das Sich-Wohlfühlen führen dazu, dass uns die Arbeit hier doppelt Spaß bringt.“ Ziemlich ungestresst war IT-Leiter Jan Schröder auf den Klinikfluren unterwegs – stets bereit, diesem oder jenem PC-Nutzer an den Stations-Tresen einen technischen Rat zu geben. 400 PC-Arbeitsplätze sowie 800 Geräte, die an das PC-Netz angeschlossen sind, hat er im Helios-Klinikum unter seiner Kontrolle.

Klinik-Geschäftsführer John Friedrich Näthke sagte, er sei beeindruckt, dass „alles so toll geklappt hat“. Es sei spürbar, dass die Mitarbeiter „mit großer Vorfreude auf den neuen Krankenhaus-Abschnitt zugehen“.

Mit angenehmer Vorfreude und Spannung hat auch Patient Holger Mordhorst (54) seine Verlegung erlebt, wie er erzählt: „Um 8 Uhr kamen sie und haben mich geholt. Alles lief sehr professionell und sehr behutsam ab.“ Unversehrt sieht der Bankkaufmann aus Stolk nach seinem Autounfall letzte Woche zwar nicht mehr aus: Nach dem doppeltem Bruch ist der linke Arm komplett in Gips, und der linke Fuß befindet sich auch in dicker Schutzhülle. Aber: „ Ich fühle mich schon viel besser, die Schmerzen gehen allmählich weg.“ Bildergalerie Seite 8

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erstellt am 18.Jul.2016 | 07:03 Uhr

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