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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 03:30 Uhr

Verein „Neue schleihalle“ : „Es kann auch auf der Freiheit sein“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Verein „Neue Schleihalle“ will weiterhin dazu beitragen, ein neues Theater zu bauen – aber nicht mehr unbedingt im Lollfuß.

Mit einem ehrgeizigen Ziel hatte sich im vergangenen Herbst der Verein „Neue Schleihalle“ formiert: Die Gründer wollten mit bürgerschaftlichem Engagement ein Kulturhaus als Theater-Spielstätte für Schleswig bauen – und zwar auf dem traditionsreichen Grundstück im Lollfuß, auf dem eine Brachfläche zurückgeblieben ist, seitdem das baufällige alte Stadttheater abgerissen wurde.

Hinter dem Verein stehen bekannte Persönlichkeiten: Caroline Schwarz, einst Landtagsabgeordnete, Landes-Kulturbeauftragte und Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, und Willy Diercks, der über viele Jahre Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes war. Im Dezember wurden sie kalt erwischt von der Entscheidung der Stadt, das alte Mannschaftsheim auf der Freiheit zu kaufen, um es zu einer Theater-Spielstätte umzubauen.

Ans Aufgeben dachten die Vereinsgründer dennoch nicht. Inzwischen haben sie sich neu sortiert. Einerseits hat sich herausgestellt, dass es nicht so einfach wird, das Mannschaftsheim um zubauen, wie es sich viele erhofft hatten. Andererseits halten Diercks und Schwarz auch nicht mehr zwangsläufig an dem Ziel fest, ihr Kulturhaus im Lollfuß zu errichten. „Wir halten nach wie vor den Standort im Lollfuß städtebaulich für am interessantesten“, sagt Diercks, und Caroline Schwarz weist darauf hin, dass viele Bürger den Standort Hesterberg mit dem Argument abgelehnt hätten, er sei zu weit vom Stadtzentrum entfernt. „Am wichtigsten ist es uns aber, dass Schleswig überhaupt wieder ein Theater bekommt“, betont Diercks aber. „Es kann auch auf der Freiheit sein.“

Erstmals hat er die neue Marschrichtung des Vereins auf einem Treffen der CDU-Senioren-Union am Montag vorgestellt. Dabei spielt seine ursprüngliche Idee, eine Genossenschaft zu gründen, weiterhin eine Rolle. „Es sind aber auch andere Modelle denkbar“, sagt er. Mit Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs, zu dessen städtischem Unternehmensverbund das Mannschaftsheim jetzt gehört, befinde man sich in einem konstruktiven Dialog. So schreiben sich Diercks und Schwarz auf die Fahnen, einen Kontakt zum renommierten Münchner Theaterarchitekten Reinhold Daberto hergestellt zu haben, der ihren Verein bereits kostenlos beraten hatte.

Zuletzt hatte sich abgezeichnet, dass die Stadt Schleswig im Mannschaftsheim, in dem auch das „Heimat“-Varieté zu Hause ist, nur noch eine kleine Lösung anstrebt. Dort könnte das Landestheater dann seine Schauspiel-Vorführungen präsentieren – wie in der derzeitigen Übergangsspielstätte im Slesvighus. Oper und Ballett wären aber nicht möglich. Die CDU-Ratsfraktion ist schon lange der Ansicht, dass die Stadt sich mit einem Theaterbau für alle drei Sparten finanziell übernehmen würde. Auch SPD-Fraktionschef Stephan Dose hatte kürzlich eingeräumt, dass „mit großer Wahrscheinlichkeit nur Schauspiel angeboten werden kann“.

Willy Diercks möchte nun einen Beitrag dazu leisten, dass in der Stadt auch künftig so viel Theater wie möglich angeboten werden kann. Dazu müsse man nun klären, wie viel Geld der Kreis Schleswig-Flensburg und das Land Schleswig-Holstein zu geben bereit seien. „Öffentliche Mittel allein werden nicht reichen“, ahnt er. Sein Genossenschaftsmodell sieht vor, dass möglichst viele Bürger sich mit großen und kleinen Summen am Theaterbau beteiligen. „Es hätte den Vorteil, dass diese Menschen sich langfristig mit dem Theater verbunden fühlen“, sagt er – und hofft, dass sich nicht nur Privatleute engagieren, sondern auch die regionale Wirtschaft. „Die Schleswiger Banken wären da zum Beispiel wichtige Ansprechpartner“, so Diercks.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 16:53 Uhr

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