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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 21:35 Uhr

Zwangspause für das Wikingermuseum : „Es ist eine Herausforderung“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Museumsleiterin Ute Drews im Interview über die bevorstehende Schließung des Wikinger-Museums für anderthalb Jahre und die Herbstmesse an diesem Wochenende.

In den vergangenen Jahren war stets das lerste November-Wochenende der Termin für die Herbstmesse im Wikinger-Museum Haithabu. Diesmal kommen die Händler und Handwerker aus halb Europa bereits drei Wochen früher. Aus einem guten Grund. Ab dem kommenden Montag wird das Museumgebäude für Sanierungsarbeiten geschlossen. Während die Wikingerhäuser auf dem Freigelände geöffnet bleiben, ist die Ausstellung im Hauptgebäude erst wieder in anderthalb Jahren zu sehen. Die tragenden Holzbalken sind von Schimmel befallen. Im Zuge der Arbeiten soll das rund 30 Jahre alte Gebäude energetisch saniert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Über die Herausforderung, die Zeit bis zur Wiedereröffnung im April 2018 zu überbrücken, sprach unser Redaktionsmitglied Ove Jensen mit Ute Drews, der Leiterin des Wikinger-Museums.

Frau Drews, wie haben Sie sich gefühlt, als Sie erfahren haben, dass Ihr Haus für anderthalb Jahre geschlossen werden muss?

Drews: Es ist eine Herausforderung, alles zu planen, um Haithabu für die Zeit der Renovierungsarbeiten weiter mit Leben zu füllen.

Freuen Sie sich auf die Herausforderung?

Es ist nicht die schlechteste Arbeit. Aber ich freue mich, dass dieses Thema jetzt gar nicht im Mittelpunkt steht, sondern dass es erst einmal um die Herbstmesse geht. Wir haben wieder 30 Händler und Handwerker gewinnen können, die ein reiches Angebot an hochwertigen und handgefertigten Waren bereithalten. Wir haben wieder einige neue Anbieter dabei. Zum Beispiel ist es mir nach langer Suche endlich gelungen, einen Drechsler zu finden, der Becher und Schalen in genau der Form drechselt, wie sie vor 1000 Jahren in Haithabu ausgesehen haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, etwas Hacksilber mitzubringen, um vielleicht auch schon Geschenke für die Weihnachtszeit zu kaufen.

Obwohl die Weihnachtszeit diesmal etwas weiter weg ist als zu den Herbstmessen der letzten Jahre.

Das ist richtig. Dafür hat die neue Situation andere Vorteile. Zum Beispiel haben die Besucher erstmals die Möglichkeit, neben der Messe auch die Wikingerhäuser im historischen Gelände zu besuchen. Dort hatte ja sonst immer schon die Winterpause begonnen, wenn die Herbstmesse stattfand. In diesem Jahr bleiben die Häuser bis Ende Oktober geöffnet. An beiden Messetagen werden unsere Moderatoren um 12 Uhr und um 15 Uhr zu Spaziergängen durch das historische Gelände einladen.

Den Winter über bleibt das Museums-Angebot in Haithabu dann also komplett geschlossen.

Ich formuliere das anders als Sie. Wir stehen vor einer Renovierungsphase, in der die Wikingerhäuser auf dem historischen Gelände vom 1. April bis zum 31. Oktober geöffnet sind.

Und womit werden Sie Ihre Zeit in den Wintermonaten verbringen?

Ich habe genug zu tun. Es geht darum, an einem Programm zu arbeiten, mit dem wir Haithabu auch während der Renovierungsphase mit Leben füllen. Wir werden das Angebot im historischen Gelände deutlich erweitern.

In welcher Form?

Es geht schon mit dem Ferienspaß-Programm los. Da haben wir in diesem Jahr bereits in den Oster- und Sommerferien erstmals Aktionen angeboten, die sehr gut angenommen wurden. Das setzen wir in den Herbstferien fort. Zum Saisonabschluss heißt es am 28. Oktober ab 17.30 Uhr am wärmenden Feuer „Der Islandfahrer erzählt Märchen und Sagas von der Insel aus Feuer und Eis“. Im nächsten Jahr beginnen dann ja die Archäologen mit neuen Ausgrabungen im Gelände. Diese werden wir in die Vermittlungsarbeit integrieren. hautnah archäologische Feldarbeit beobachten – das ist ein ganz besonderes Angebot.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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