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Schleswiger Nachrichten

25. August 2016 | 16:56 Uhr

CDU-Kreisparteitag : „Es ging um die Glaubwürdigkeit“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Christdemokraten beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Kux-Klömmer-Affäre – und richten den Blick nach vorne.

Vorstandswahlen standen nicht an, und so wollte sich die Kreis-CDU auf ihrem Parteitag in Schleswig eigentlich ganz auf politische Inhalte konzentrieren. Ohne eine kritische Rückschau auf die turbulenten Ereignisse rund um die Kandidatenaufstellung im Landtagswahlkreis 6 (Dithmarschen-Schleswig) ging es am Montagabend im Hotel „Hohenzollern“ dann aber natürlich doch nicht. „Wir haben viele Zuschriften empörter Mitglieder bekommen“, räumte der CDU-Kreisvorsitzende Johannes Callsen ein. „Es ging um Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die CDU.“ Der Kreisvorstand habe handeln müssen, betonte Callsen und berichtete von vielen Gesprächen, die er habe führen müssen.

In der Affäre um umstrittene Mitgliederwerbung hatten der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende und Erste Kreisrat Timo Kux sowie der Hauptausschussvorsitzende Thomas Klömmer ihre Ämter niedergelegt. Klömmer war auch als Landtagskandidat zurückgetreten. Nun gelte es, nach vorne zu schauen, sagte Callsen. „Ich freue mich über die Bereitschaft von Inken Klink, die Kandidatur im Wahlkreis 6 anzunehmen.“ Die Bergenhusener CDU-Ortsvorsitzende wird bei der Neuauflage der Kandidatenkür am 11. April in Pahlen gegen den Heider Andreas Hein antreten. Callsen verteidigte die Entscheidung des Kreisverbandes Schleswig-Flensburg, trotz der Vorkommnisse erneut eine eigene Bewerberin ins Rennen zu schicken. „Das ist ein Zeichen gelebter Demokratie.“ Ein gemeinsamer Kandidat mit dem CDU-Kreisverband Dithmarschen sei nicht mehr in Frage gekommen, nachdem Hein vorschnell erklärt hätte, wieder anzutreten.

Auch bleibe man der eigenen Linie treu, engagierten Frauen eine Chance zu geben, so Callsen. „Und das muss nicht immer jemand sein, die sich erst in der Parteihierarchie hochgearbeitet hat.“

Inken Klink nutzte den Kreisparteitag, um sich den Parteifreunden persönlich vorzustellen. Die 48 Jahre alte Finanzbeamtin und vierfache Mutter versprach, sich für die Landwirtschaft und das Handwerk im ländlichen Raum stark zu machen. Auf der großen politischen Bühne muss sich die Newcomerin allerdings erst noch zurechtfinden. Zumindest war Klinks Auftritt vor den mehr als 100 anwesenden Christdemokraten sichtlich von Lampenfieber geprägt.

In seinem Rundumschlag gegen die Politik der Landesregierung kritisierte Callsen unter anderem, dass das Bündnis aus SPD, Grünen und SSW zu wenig in die Infrastruktur investiere. Auch bemängelte der Landtagsabgeordnete, dass die Bevölkerung angesichts steigender Einbruchskriminalität das Vertrauen in den Rechtsstaat verliere. „Wir brauchen mehr Polizei-Präsenz in der Fläche“, forderte er. Die Bewältigung der Flüchtlingskrise nannte Callsen „eine große humanitäre Aufgabe“. Dabei solle man sich auf diejenigen Menschen konzentrieren, die der Hilfe bedürften und eine Chance auf Asyl hätten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul aus Molfsee referierte über die neuen Herausforderungen der deutschen Außenpolitik und gab einen Überblick über die komplizierte Gemengelage in Nordafrika und im Nahen Osten. Dabei vergaß er nicht, die Leistungen der Jageler Luftwaffensoldaten zu würdigen, die mit ihren Tornado-Aufklärungsjets vom türkischen Incirlik aus im Einsatz gegen die Terrormiliz IS sind. „Die Soldaten leisten tolle Arbeit und liefern gutes Bildmaterial“, sagte Wadephul.

Der vom CDU-Urgestein Wolfgang Börnsen gestiftete Kinder- und Jugendkulturpreis ging an die Schleswigerin Tara-Sophie Ley. Auf dem Parteitag gab die 16-Jährige einige Kostproben ihrer eindrucksvollen Gesangskunst zum Besten – und erntete dafür viel Beifall.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 07:29 Uhr

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