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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

Süderbrarup : Erfolgsgeschichte Südercenter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Einkaufszentrum existiert seit zehn Jahren – und belebt seitdem den Ortskern spürbar.

Vor etwas mehr als zehn Jahren, am 28. April 2006, wurde das Südercenter von Süderbrarup mit etwa 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet. Heute nimmt es immer stärker den Charakter eines Ortsmittelpunktes an.

„Aus politischer Sicht war die Wahl des Standortes mitten in Süderbrarup für den Ort, das Umland und die Zukunft richtig – umgeben von Geschäftshäusern, von Wohnungen und Altenwohnungen“, sagt der damalige Bürgermeister Johannes Peter Henningsen. Er war auch die treibende kommunale Kraft, der die Marktanalyse veranlasste, um den Vergrößerungsbestrebungen von Aldi, Edeka, Kik und Cloppenburg (heute Rossmann) eine Heimat zu bieten. Mit allen politischen Mitteln kämpfte er gegen ein Einkaufscenter auf der grünen Wiese, das an der B  201 zwischen Brebel und Süderbrarup seinen Platz finden sollte. „Wir müssen die Leute in den Ort bekommen“, war sein Mantra. Und er schaffte es, einem Hamburger Investor das Grundstück mit der denkmalschutz-verdächtigen Ehlersscheune in der Ortsmitte zu vermitteln und die Randbedingungen für den Ort attraktiv zu gestalten. Denn neben der breiten Einkaufspalette sind es vor allem die 267 Parkplätze, die die Kundschaft anziehen und von denen – außer zu Brarupmarkt – auch immer einige frei sind. Auch die Ampel an der Zufahrt erhöht die Attraktivität. Denn hier ist die einzige Stelle im Ort, wo man gefahrlos nach links in die B  201 einbiegen kann.

Die umliegenden Geschäfte profitieren von der dadurch erzeugten Kundenfrequenz. Modehaus und Apotheke haben sogar zusätzliche Eingänge zum Parkplatz errichtet. Und das Autohaus de Vries profitiert von Autos auf dem Parkplatz, die nicht anspringen wollen. „Einige Kunden bleiben dann bei uns“, meint Inhaber Heinz de Vries. Auf jeden Fall ist das Konzept, dass der Kunde erst im Einkaufscenter seinen Tagesbedarf deckt und dann zu Fuß in die Große Straße zu den Banken, Juwelieren, Schuhgeschäften, Computershop und anderen Spezialgeschäften geht, aufgegangen.

Die Umsätze sind rasant gestiegen. Das erkennt man daran, dass der Kaufpreis für das Südercenter – inzwischen in der Hand des fünften Besitzers – bei jedem Weiterverkauf höher war. Und Aldi denkt sogar daran, seine Verkaufsfläche zu vergrößern. „Früher war Süderbrarup ein lästiger Ort auf der Fahrt zwischen Kappeln und Schleswig“, erinnert sich Bürgermeister Friedrich Bennetreu. Heute sei der Ort durch das Südercenter und seine Randerscheinungen deutlich aufgewertet worden. Durch etwa 90 Wohn- und Gewerbegrundstücke südlich des Einkaufscenters sei dieses noch mehr in die Ortsmitte gerückt. Über einen Pflasterweg von der Altenwohnanlage könne man sogar mit dem Rollator einkaufen gehen. Bennetreu denke daran, im Rahmen der Ortsentwicklung neben dem Südercenter auch Dienstleister wie Anwälte und Steuerberater anzusiedeln. „Einen Friseur gibt es schon“, fährt er fort. Und auch das geplante Ärztehaus könnte dort entstehen.

„Mit dem Südercenter haben wir die Grundattraktivität des Ortes auch für die umliegenden Gemeinden erhalten“, erklärt Buchhändler Lothar Schröder, der in der Großen Straße keinen direkten räumlichen Kontakt zum Einkaufszentrum hat. Er hat deutlich gemerkt, dass sich die Laufkundschaft verringert hat, konnte aber seinen Umsatz halten. „Da wir heute in starker Konkurrenz zum Internethandel stehen, ist das fast eine Umsatzerhöhung“, sagt er. Die Ansiedlung von alten und jungen Menschen in den Neubaugebieten sieht er als Bestätigung dieses Konzepts. „Als Vorstandsmitglied des Wirtschaftsvereins würde ich das Einkaufscenter gerne noch stärker an die Große Straße anbinden“, sagt er. Das könne zum Beispiel durch die Erweiterung der Weihnachtsbeleuchtung bis auf den Parkplatz gelingen.

Probleme mit dem Center gibt es nur auf der Parkfläche. Einigen Kunden ist der 30-sekündige Fußweg zu lang, und sie parken auf Rettungswegen und Behindertenparkplätzen. Deshalb schickt das Ordnungsamt regelmäßig aus Kappeln ausgeliehene Politessen auf die Fläche. Und die verteilen dann Knöllchen an die Parkrowdys.

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