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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 13:20 Uhr

Erfolgreiche Vorbereitung auf die Zeit nach dem Abschluss

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bildungsministerin Britta Ernst zeichnet Schulen aus Schleswig, Böklund und Satrup mit „Berufswahl-Siegel“ aus

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Projekte und Anstrengungen zur Berufsorientierung eine Anerkennung gefunden haben.“ Maik Schulte, Schulleiter der Struensee-Gemeinschaftsschule zeigt stolz das Siegel, das er aus der Hand von Bildungsministerin Britta Ernst empfangen hat. Gemeinsam mit 65 Schulen im Land, von der Gemeinschaftsschule bis zum Gymnasium, hatte sich die Satruper Schule um die Zertifizierung „Berufswahl-Siegel Schleswig-Holstein, Schule mit vorbildlicher Berufs und Studienorientierung“ beworben. Aus der Zahl der 66 Bewerber hatte eine Jury 58 Schulen ausgewählt, darunter die Auenwald-Gemeinschaftsschule Böklund, die Gallbergschule und die Lornsenschule in Schleswig, das Landesförderzentrum Sehen Schleswig (LFS) und eben die Struensee-Gemeinschaftsschule in Satrup. Die Zertifizierung ist bis 2019 gültig und kann verlängert werden.

„Ihre Schule zeichnet sich durch eine vorbildliche Berufs- und Studienorientierung aus und hat sich somit schon vor langer Zeit auf den Weg gemacht, den Übergang Schule-Beruf/Studium auf besondere Weise zu gestalten“, heißt es im Bestätigungsbrief des Landesministeriums für Schule und Berufsbildung an die Schulen.

Was das konkret heißt, sei am Beispiel der Struensee-Schule in Satrup gezeigt: Dort haben engagierte Pädagogen seit etlichen Jahren bereits die Notwendigkeit erkannt, neben der Allgemeinbildung die Berufsorientierung in den Mittelpunkt der schulischen Ausbildung zu stellen. Mit Hartmut Papenhagen ist ein Pädagoge, der selber nach dem Studium unternehmerisch tätig war und dann in den Schuldienst eintrat, für die Berufsvorbereitung in der achten bis zur zehnten Klasse an der Struensee-Schule zuständig. Eines seiner Projekte, gemeinsam mit der Wireg und dem „Innovationskreis Satrup 2012“, ist die jährliche Messe„Azubis werben Azubis“.

Bereits ab der siebenten Klasse beginnt die Berufsorientierung an der Struensee-Schule mit einem Berufsschnuppertag. Die Schüler schauen bei Eltern, Bekannten oder Familienmitgliedern in deren Berufsalltag. Drei Tage stehen dann für die Analyse zur Verfügung: Die Schüler erhalten im JAW Flensburg Einblicke in ihre Fähigkeiten. In einem Training erfahren sie viel über berufliche Anforderungen. Dies wird vom Bund gefördert und von der Kreishandwerkerschaft umgesetzt. Differenzierter geht es im achten Schuljahr weiter. Zwei Wochen können sich die Schüler aus 15 Berufssparten vier aussuchen, die sie intensiv kennen lernen möchten. Unterstützung erhalten sie dabei von Fachkräften des JAW, der Kreishandwerkerschaft und der Deutschen Angestellten Akademie. Am Ende des 8. Schuljahres erfolgt das erste zweiwöchige Betriebspraktikum. Im neunten Schuljahr führen die Schüler ein weiteres zweiwöchiges Praktikum durch.

Besondere Beachtung erfahren in der Struensee-Gemeinschaftsschule Schüler, die es aus sozialen und familiären Gründen schwer haben, den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Die Schule hat eine Projektklasse eingerichtet, in der die Schüler in der Regel für zwölf Wochen praxisorientiert lernen. Eine andere Maßnahme ermöglicht es Schülern ab dem 8. Schuljahr parallel zum Unterricht berufspraktische Erfahrungen zu sammeln. Stolz ist die Schule nicht nur auf die verliehene Auszeichnung, stolz sei man auch, so Maik Schulte, dass von etwa 120 Schülern, die jedes Jahr ins Berufsleben gehen, oder eine weiterführende Schule besuchen, maximal zwei Prozent unversorgt seien und das oftmals auch nur kurze Zeit.

Und was kann verbessert werden? Papenhagen hat klare Vorstellungen: Unterricht noch praxisnäher zu gestalten, Beruf mit Schule zu verbinden, würde dazu beitragen, die Schulzeit für alle erfolgreich zu gestalten. Ebenso gehöre auch eine individuelle Vorbereitung auf weiterführende Schulen für die leistungsstarken Schüler hierzu.







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erstellt am 13.Nov.2016 | 20:15 Uhr

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