zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 05:40 Uhr

Elke Heidenreich liest in Schleswig : Eine Frau, die nicht an Zufälle glaubt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die bekannte Autorin überzeugte das Publikum mit neuen Kurzgeschichten.

Von wegen Kinder halten jung. Elke Heidenreich ist über 73 Jahre alt, kinderlos – und wirkt jünger im Kopf als so manche 30-Jährige. Die Autorin und TV-Kabarettistin las am Mittwochabend im Oberlandesgericht aus ihrem neuesten Werk „Alles kein Zufall“. Eine Kurzgeschichtensammlung, jede einzelne Geschichte so inhaltsreich und unterhaltsam, dass manch ein Kollege von ihr sicher einen ganzen Roman daraus gemacht hätte.

Als anderthalb Wochen vor der Veranstaltung der Kartenreservierung begann, waren alle 175 verfügbaren Tickets innerhalb von 20 Minuten vergeben. Barbara und Joachim Gunkel aus Dannewerk hatten Glück und ergatterten zwei Karten. „Wir sind Stammgäste bei den Veranstaltungen der Schleswiger Gesellschaft für Justiz und Kultur, das Angebot ist vielfältig, aber der Abend heute mit Elke Heidenreich ist ein absoluter Höhepunkt“, sagte Joachim Gunkel.

Besonderes Glück hatte Sabine Zittrich: Sie und ihr Kollege Paul Kellas hatten erst in letzter Sekunde noch zwei Karten ergattert. „Wir haben einfach beschlossen, nach der Arbeit herzufahren und hofften, dass irgendjemand Karten zurück gibt – und es ist tatsächlich passiert“, freute sie sich.

Kein Zufall, würde Elke Heidenreich sagen, denn an Zufälle glaubt sie nicht. In ihren Kurzgeschichten geht es um Erlebnisse und Begegnungen. Zwar sagte sie, das Buch sei entstanden, nachdem sie beim Aufräumen alte Tagebücher und Notizhefte gefunden hatte, dennoch ist nicht alles autobiographisch. So trug die Autorin viele lustige Anekdoten vor – zum Beispiel über Katzenkalender und über Besuche beim Physiotherapeuten mit mehreren nebeneinander liegenden nur notdürftig abgetrennten Kabinen. All das hat sich offenbar mal mehr oder auch weniger in ihrem Leben zugetragen. Aber Elke Heidenreich hatte auch ernste Themen im Gepäck. In der Geschichte „Allein“ brachte sie es in wenigen Sätzen auf den Punkt, warum Alleinsein an fremden Orten schön sein kann und an anderen weniger

Mit Elke Heidenreich als Gast hatte sich die Gesellschaft Justiz und Kultur selbst ein kleines Weihnachtsgeschenk selbst gemacht. Eine Frau, mit der so mancher gerne ein Glas Wein nach der Lesung getrunken hätte, weil sie einfach so gar nicht langweilig ist. Die nächste Lesung im OLG findet am Donnerstag, 12. Januar statt. Zu Gast ist dann Isabel Bogdan („Der Pfau“).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen