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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 03:33 Uhr

Schleswig : Eine Baustelle voller Überraschungen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Sanierungsarbeiten am Teddybärhaus des Stadtmuseums gehen voran.

Dass die Sanierung keine Routinearbeit werden würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert würde, sobald man damit beginnt, Holzbalken und Mauerstücke auszutauschen, sicherlich die ein oder andere unvorhergesehene Überraschung parat haben. Und genau so ist es gekommen.

Am 1. Juni haben die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Nebengebäude des Stadtmuseums, das seit dem Jahr 2002 eine Sammlung historischer Teddybären beherbergt, begonnen. „Wir sind ganz gut davor“, sagt der zuständige Mitarbeiter des Bauamtes, Thomas Runge, „aber man weiß bei diesem Haus nie, was man noch so alles findet.“ Die hintere Fassade im Norden sowie die westliche Seite des Gebäudes sind bereits zu großen Teilen saniert worden. Inzwischen haben die Bauarbeiter die Hauptfassade hin zum Innenhof des Museums in Angriff genommen.

Im April hatte die Stadt kurzfristig die Sperrung des Hauses angeordnet. Mitarbeiter des Stadtmuseums hatten zuvor Risse im Mauerwerk sowie in den Holzbalken entdeckt. Daraufhin wurde das Gebäude von Spezialisten genau unter die Lupe genommen und dabei ein Gesamtschadensbild erstellt. Mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Balken und Mauerstücke komplett ausgetauscht werden müssen, um die Sicherheit des Hauses wiederherzustellen.

Sechs Monate, so die grobe Schätzung des Bauamtes, würden die Arbeiten mindestens dauern. „Stand heute können wir diesen Zeitrahmen in etwa einhalten“, sagt Runge, ohne aber eine genaue Zusage machen zu wollen. Denn noch gibt es einiges zu tun. Und viele Dinge davon hatten die Experten vorher gar nicht auf dem Zettel. So sind deutlich mehr Balken auch an der Gebäudeinnenseite morsch als befürchtet. Zudem fehlt an der Hauptfront eine Schwelle, die die Fassade sicher trägt. Diese muss nun nachträglich eingebaut werden. Dafür wiederum muss ein vorgesetzter Sockel zurückgebaut werden. „Wir tauschen uns bei allen größeren Maßnahmen immer mit der Unteren Denkmalschutzbehörde aus“, betont Runge. Das sei auch zwingend nötig. Schließlich seien im Nachhinein spürbar mehr Arbeitsschritte notwendig geworden als anfangs vermutet. „Die Sanierung dieses Hauses ist definitiv sehr aufwändig.“ Dennoch sei man im Rathaus weiterhin optimistisch, dass die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 150  000 Euro in etwa ausreichen. Schließlich habe man bereits im Vorfeld mit der ein oder anderen Überraschung gerechnet.

Während die Teddybären, die in dem Gebäude ihr Zuhause haben, im benachbarten Landesarchiv zwischengelagert werden, ist das Museumscafé, das ebenfalls in dem Haus untergebracht ist, in ein hinter dem Günderothschen Hof aufgebautes Zelt umgezogen. Leider sei dies bislang nicht so gut von den Besuchern angenommen worden, wie erwartet. Umso mehr hofft man, dass das Nebengebäude bald wieder in gewohnter Form seine Türen für die Besucher öffnen kann.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 07:46 Uhr

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