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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 16:40 Uhr

Kropp und Schuby : Einbrecher auf Beutezug

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Kropp und Schuby stiegen unbekannte Täter in mehrere Einfamilienhäuser ein. Die Polizei hofft auf Hinweise – und gibt Tipps, wie man sich schützt.

Sie kommen bereits am späteren Nachmittag. Dann, wenn es zu dämmern beginnt. Einbrecher haben in den vergangenen Tagen mehrere Einfamilienhäuser erst in Kropp und dann in Schuby heimgesucht – und für große Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Droht im Kreisgebiet eine ähnlich starke Einbruchswelle wie vor einem Jahr?

Am Dienstag schlugen der oder die Täter zwischen 15.30 und 18 Uhr an vier Stellen in Schuby zu. Dabei hebelten sie Am Ochsenweg und zwei Mal in der Osterstraße jeweils ein Fenster auf und gelangten so ins Innere. Die Einbrecher erbeuteten nach Angaben der Polizei Schmuck und Bargeld in nicht genannter Höhe. In allen drei Fällen waren die Bewohner nicht zu Hause.

Im Neukruger Weg hingegen wurden die Täter von der anwesenden Hauseigentümerin überrascht, nachdem sie gerade das Schlafzimmerfenster mit einem Kuhfuß aufgehebelt hatten. „Ich hatte großen Krach gehört und gerufen, was da los ist“, schilderte die Frau unserer Zeitung am Tag danach ihr unheimliches Erlebnis. „Dann habe ich nur noch eine Gestalt davonrennen sehen.“

Ob es sich um dieselben Täter handelt wie die, die am Freitag und Montag in Kropp auf Beutezug waren, darüber konnte Franziska Jurga, Sprecherin der Polizeidirektion Flensburg, gestern nur spekulieren. „Wir wissen noch nicht, ob wir es mit einer Bande zu tun haben.“ Generell würden professionelle Einbrecher aber Orte mit Autobahnnähe wie Schuby bevorzugen, weil sie sich dort schneller aus dem Staub machen könnten.

Immerhin hat die Polizei in Kropp erste Hinweise sammeln können. So waren die Ganoven auch dort in einem Fall von einem Hauseigentümer überrascht worden. Der konnte einen der beiden Täter als etwa 1,85 Meter groß und dunkelhaarig beschreiben. Auch trug der mit Jeans und einem Kapuzenpullover bekleidete schlanke Mann demnach einen Dreitagebart. Denkbar sei, dass ein dritter Täter Schmiere gestanden hat, so Polizeisprecherin Jurga. Die Ermittler erhoffen sich auch aus Schuby mögliche weitere Zeugenhinweise. Wem verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, der wird gebeten, sich an die Polizei in Schleswig unter der Telefonnummer 04621/840 zu wenden. Grundsätzlich, so Jurga, sollte sich niemand scheuen, unverzüglich die Nummer 110 zu wählen, wenn er einen Verdacht hegt.

Vereinzelte Einbrüche hat es in jüngster Zeit auch in anderen Orten gegeben, zum Beispiel in Flensburg, Harrislee und Handewitt. Eine längere Serie wie im vergangenen Winter, als etwa Fahrdorf wiederholt von Einbrechern heimgesucht worden war, ist laut Jurga bislang ausgeblieben. Überhaupt ist die Einbruchskriminalität nach jüngsten Angaben von Landeskriminalamt und Landespolizeiamt in diesem Jahr zurückgegangen. Demnach sank die Zahl der Einbruchsdelikte in Schleswig-Holstein von Januar bis einschließlich Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 6285 auf 5259. Allerdings sind einige Orte stärker betroffen als andere – und die dunkle Jahreszeit hat gerade erst richtig begonnen.

Gestern patrouillierten Polizeistreifen durch Schuby. Es werden auch verstärkt Beamte in Zivil unterwegs sein, kündigte Jurga an. Vor allem aber sollten Haus- und Wohnungseigentümer wichtige Regeln beachten, um sich zu schützen. So sollten die Fenster nicht auf Kipp stehen, sondern vollständig geschlossen werden, wenn man das Haus verlässt. Zudem sei es ratsam, bei Abwesenheit die Nachbarn zu informieren. Auch könne man die eigene Anwesenheit vortäuschen – indem das Licht brennt und Radio oder Fernseher laufen.

Hin und wieder gelingt es der Polizei, Einbrecher mehr oder weniger auf frischer Tat zu ertappen. So wie zum Beispiel im November 2015, als Beamte in Kappeln vier Albaner fassen konnte, die zuvor in ein Haus in Gelting eingebrochen worden. Oder wie im Januar in Harrislee, als eine Streife der Bundespolizei zwei flüchtende 22-Jährige serbischer und kosovarischer Herkunft festnahm.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 14:03 Uhr

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