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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Schleswig : Ein neuer Plan für das Theater

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Theaterfreunde, Seniorenbeirat und Verein „Neue Schleihalle“ fordern große Lösung für Schauspiel, Ballett und Oper.

Gleich drei Appelle in Sachen Theater gingen gestern an die Öffentlichkeit: vom Verein der Theaterfreunde, vom Seniorenbeirat und vom Verein „Neue Schleihalle“. Gemeinsam richtet sich ihr Ruf an Stadt und Ratsmitglieder, dafür einzutreten, dass das Drei-Sparten-Theater in Schleswig erhalten bleibt. Also Schauspiel, Ballett und auch Oper. „Setzen Sie sich dafür ein, dass unser Landestheater künftig nicht nur eine kleine Nebenrolle in Schleswig spielen wird. Und ohne Spielstätte in Schleswig wäre das Landestheater in seiner Gesamtkonstruktion gefährdet“, erklärt Antje Wendt von den Theaterfreunden. Der Seniorenbeirat unter Leitung von Hans-Uwe Stern drängt zu einer „pragmatischen und finanzierbaren Lösung, um das Theater in seiner Vielfalt in Schleswig zu bewahren und um Schleswig zu einem Senioren-Kleinod mit vollem Kulturangebot zu machen.“ Und Professor Willy Diercks sowie die ehemalige Landtagsabgeordnete Caroline Schwarz vom Vorstand der „Neuen Schleihalle“ zeigen sich in ihrem Offenen Brief „beunruhigt“ über den Stillstand in der Theaterdiskussion.


Ein neuer Plan steht an


Nachdem mehr als drei Theaterprojekte in Schleswig gescheitert sind, steht nun offenbar ein weiteres Lösungskonzept zur Debatte. In einer Kulturausschuss-Sitzung am Montag, 7. November, zu der auch Intendant Peter Grisebach sowie weitere Theaterexperten eingeladen sind, soll darüber hinter verschlossenen Türen beraten werden. Bis dahin sei Stillschweigen vereinbart, heißt es. Doch nach SN-Informationen gibt es einen neuen Plan. Denn mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Renovierung und Umbau des von den Stadtwerken erworbenen „Heimat“-Gebäudes zu einer Spielstätte schwieriger umzusetzen und vor allem viel kostenintensiver wären als gedacht.

Die neue Idee nun ist: Man könnte auf dem Parkplatz neben dem „Heimat“-Gebäude ergänzend eine neue, aber schlichte multifunktionale Halle bauen. Die könnte als Spielstätte für Theateraufführungen und andere Kulturfeste dienen, und die „Heimat“ stünde zusätzlich zur Nutzung zur Verfügung. Ob mit Ballett und Oper – dies steht nun zur Diskussion, heißt es.


Wie teuer darf Theater sein?


Für die CDU ist dabei nach wie vor „der finanzielle Faktor entscheidend“. Ebenso, „wie viele Zuschüsse überhaupt zu erwarten sind“, erklärte auf SN-Nachfrage gestern Fraktionschef Holger Ley. Es gehe nicht um die Frage, „wie viel Theater wir wollen, sondern wie viel Theater die kleine Stadt Schleswig finanzieren kann“.

So sieht es auch FDP-Ratsherr Jürgen Wenzel. „Ich halte am Beschluss der Ratsversammlung fest, dass die Stadt maximal fünf Millionen Euro zu einem Theater beisteuert.“ Und wenn das Geld nicht ausreiche für ein vollwertiges Theater – „was wahrscheinlich ist“ – , dann werde es keine drei Sparten geben. Wenzel: „Ich sehe dazu keine verantwortbare Alternative.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Dose ist anderer Meinung: „Das Landestheater soll erhalten bleiben, auch künftig soll es hier eine Spielstätte geben.“ Das Sparten-Angebot hänge vom Ergebnis derzeit laufender Gespräche zwischen Theater GmbH und Bürgermeister ab, in denen es auch um die Höhe des Gesellschafterbeitrages gehe.

Und was sagt Bürgermeister Arthur Christiansen, der vom Rat den Auftrag erhielt, die Voraussetzungen für eine Spielstätte zu erkunden? „Es ist das Primat der Selbstverwaltung, über den Einsatz der Höhe des Gesellschafterbeitrages zu befinden. Wird von der Politik eine Minimal-Lösung gewählt, halte ich die Umsetzung dieses Prüfauftrages für eine Spielstätte für nicht mehr umsetzbar.“ Ein Neu-, An- oder Umbau mache nur Sinn, wenn ein Maximal-Spielangebot des Theaters damit verbunden sei. „Ob der Preis dafür zu akzeptieren ist, ist die spannende Frage, die von der Kommunalpolitik zu beantworten sein wird.“

 

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erstellt am 27.Okt.2016 | 12:15 Uhr

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