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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Die Idee von der Schlei-Fontäne : Ein Hauch von Genfer See

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Schleswiger Stadtmanagement plant die Installation einer 16 Meter hohen Wasserfontäne in der Schlei.

Es klingt wirklich spektakulär: Wenn es nach Stadtmanager Rüdiger Knospe geht, dann könnte künftig mitten in der Schlei – zwischen Königswiesen, Möweninsel und Wikingturm – eine bis zu 16 Meter hohe Wasserfontäne in die Luft schießen. Das Ganze relativiert sich zwar schnell, wenn man weiß, dass die berühmte Fontäne im Genfer See eine Höhe von bis zu 140 Metern erreicht. Aber ähnlich wie in der Schweizer Metropole, soll, so hofft Knospe, auch die weitaus bescheidenere Schleswiger Variante zu einem Wahrzeichen der Stadt werden. „Wir sind eine schöne Stadt am Wasser. Das zeichnet Schleswig aus. Und viele andere schöne Städte am Wasser haben so eine Fontäne. Das sieht einfach gut aus, und die Menschen freuen sich daran“, sagt er.

Bis das allerdings so weit ist, werden sicherlich noch einige Monaten vergehen – wenn es denn am Ende überhaupt etwas wird. Denn: „Es wird ein Ritt durch die Behörden, bis wir damit durch sind“, sagt Knospe. So müsse man unter anderem mit der Stadt (es handelt sich um städtisches Gebiet) sowie den zuständigen Behörden des Kreises (Untere Wasser- und Umweltbehörde), dem Wasser- und Schifffahrtsamt, der Fischereibehörde und den Holmer Fischern übereinkommen. Und dann ist da ja auch noch die Frage der Finanzierung. Mit dem schmalen Budget, das dem Stadtmarketing zur Verfügung steht, wird die Idee nicht umzusetzen sein. Denn nicht nur für die Anlage selbst, die auf einem fest verankerten Floß installiert würde, fallen Kosten an. Zudem muss ein Stromkabel vom Land aus dorthin verlegt werden – und zwar eineinhalb Meter tief im Schleigrund. „So sind offenbar die Vorschriften.“

Sollte Knospe das alles eintüten können, dürften sich die Schleswiger und die vielen Touristen, die in die Stadt kommen, über ein neues Highlight freuen. Auch, weil die Fontäne in der Dunkelheit mit LED-Strahlern beleuchtet werden soll. „Am liebsten in Blau-Weiß-Rot“, sagt Knospe. Denn das seien nicht nur die Landesfarben, sondern auch die des neuen „Wikingerstadt Schleswig“-Logos.

Dass eine Umsetzung der Pläne technisch möglich ist, dafür hat sich der Stadtmanager inzwischen von einem Fachmann Grünes Licht geben lassen. Claus-Peter Will von der Firma „Will & Sohn“ aus Dannewerk, die sich auf Gartenteichtechnik spezialisiert hat, sagt: „Das ist alles machbar. Und ich denke, dass so eine hohe Fontäne wirklich eine Bereicherung für Schleswig wäre.“ Davon ist auch Knospe überzeugt. „Wer an den Genfer See oder die Binnenalster denkt, der hat sofort die Fontänen vor Augen. So etwas auch für Schleswig und die Schlei hinzubekommen, das wäre doch toll“, sagt er und fügt einen weiteren positiven Aspekt an: „Durch diese Anlage käme Bewegung und dadurch auch viel Sauerstoff in die Schlei. Das tut der Wasserqualität sicherlich gut.“

Ob und wann aus den Plänen tatsächlich etwas wird, werden übrigens nicht nur die Schleswiger, die tagtäglich auf die Schlei blicken, beobachten können. Vielmehr soll dies bald jeder Interessierte verfolgen können – und zwar live. Denn Rüdiger Knospe arbeitet parallel zur Fontäne an einem weiteren Projekt. So sollen möglichst noch bis Ende des Jahres zwei Webcams, die man unter anderem über die Internetseite des Stadtmanagements aufrufen kann, installiert werden. Eine davon blickt vom Dach eines Privathauses in Fahrdorf auf Schleswig, die zweite vom Wikingturm-Restaurant aus. „Von hier oben runter auf die Schlei und Schleswig zu schauen, das bietet sich einfach an“, sagt Restaurant-Betreiberin Ruth Fey, die gemeinsam mit ihrem Mann Joachim sofort begeistert war, als Knospe bei ihnen anfragte, ob er dort oben im 26. Stock des Wikingturmes eine Kamera anbringen könne. „Das ist für Urlauber, Freunde der Stadt und ehemalige Schleswiger ein toller Service. Wir wollen doch als Stadt gesehen werden. Dies ist ein kleiner Beitrag dazu“, sagt er. Die Elektrofirma Jessen prüft zurzeit, wie man die Installation umsetzen kann. Die Kosten für beide Kameras sollen sich auf einen niedrigen vierstelligen Betrag belaufen.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 07:23 Uhr

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