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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Schleswig : Echte Kerle trotzen schottischem Schmuddelwetter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Regen machte den Baltic-Highland-Games auf der Freiheit am Wochenende zu schaffen.

Krieg zu führen, das wäre vor 200 Jahren die Aufgabe von Adrian Marquardt gewesen. Auf den dritten Baltic-Highland-Games, die der deutsche Zweig des schottischen Clan Mackenzie und das Baltic-Eventmanagement am Wochenende auf der Freiheit organisierten, präsentierte er sich in einer Uniform der „Seaforth Highlanders“. Dieses Regiment sei von einem Mitglied des Mackenzie Clans gegründet worden und kämpfte unter anderem in Indien, erklärte der Kölner. „So eine Garde-Uniform haben sie aber nur zu besonderen Anlässen angezogen, wie dem Geburtstag der Königin“, ergänzte er.

Doch eigentlich stand der Wettkampf im Werfen von Heusäcken, Steinen und Baumstämmen im Vordergrund – wenn das regnerische Wetter es zuließ. Denn bereits mittags sorgte ein Regenguss dafür, dass sich der Beginn verzögerte. Dann jedoch versammelten sich die acht Kandidaten zum „Sheaf Toss“, wo es darum ging, mit einer Forke einen 7,5 Kilogramm schweren Heusack über eine Stange zu werfen. Egal ob im Schottenrock, mit Kampfschrei oder stolzgeschwellter Brust – Hauptsache, der Sack flog rüber, ohne dass die Stange herunterfiel. Vier Meter war die Anfangshöhe, am Ende galt es, sechs Meter zu überwinden. Dabei zeigte sich, dass es nicht allein auf die Kraft ankam, sondern auch auf die richtige Technik.

Ordentlich die Muskeln spielen lassen konnten die Männer beim „Putting the stone“ – zu Deutsch: Stein-Weitwurf. Auch hier hatte jeder drei Versuche, den zwölf Kilo schweren Stein möglichst weit zu werfen. Eindeutiger Sieger war hier Yago Kracht, der als einziger die Sieben-Meter-Marke knackte (7,20 Meter). Später bei der Siegerehrung spielte Hajo Petersen, Präsident vom deutschen Clan Mackenzie, auf die kräftigen Oberarme des jungen Mannes an. „Das sollte mal ein Bein werden“, scherzte er.

Die Königsdisziplin kam zum Schluss: „Caber Toss“ – einen Baumstamm einmal so um die eigene Achse drehen, dass er möglichst gerade auf „zwölf Uhr“ liegen bleibt. Zu Beginn machte Schiedsrichter David Laing eine Trockenübung, schließlich sollte sich niemand verletzen. Der Bredstedter Thomas Kämmerer gehörte zu denjenigen, die diese Disziplin am Übungstag zuvor nicht ausprobiert hatten. „Es lag mir nicht“, stellte er wenig später fest. Auch wenn er nicht aufs Treppchen kam, habe er viel Spaß gehabt und meinte: „Das ist eine gute Veranstaltung. Ich würde wieder teilnehmen, aber vorher üben.“ Gewinner in der Disziplin wurde der Schelswiger Christian Kowalewski. Mit dem Siegerpokal in den Händen meinte er: „Das war genial.“

Mit-Veranstalter Daniel Spinler war „sehr zufrieden“, auch wenn ihnen der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Immerhin: „Glasgow hat zurzeit dasselbe Wetter.“ Nach rund 1000 Besuchern am Sonnabend kamen einen Tag später laut seinen Angaben dreimal so viele. Die Leute hätten sich dem Wetter entsprechend angezogen, seien gut drauf gewesen und der Spendentrichter zugunsten des Schleswiger Tierheims „wird gut angenommen“. Er freute sich, dass Team Vivendi die Fläche zur Verfügung stellte und versprach: „Nächstes Jahr kommen wir wieder.“

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erstellt am 17.Mai.2016 | 07:14 Uhr

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