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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Katze aus Schuby : Die zermürbende Suche nach „Suki“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Katrin Lang aus Schuby macht sich Sorgen: Wurde ihre Katze überfahren und ohne ihr Wissen am Straßenrand vergraben?

„Suki“ ist gechippt, tätowiert und registriert. Auch an dem dreifarbigen Fell lässt sich ihre ein Jahr alte Europäische Kurzhaarkatze gut identifizieren, sagt Katrin Lang aus Schuby – und trotzdem: Nach Anrufen beim Ordnungsamt im Amt Arensharde, zuständig für Tierfunde im Amt, und der Polizeidienststelle in Schleswig hat sie ein ungutes Gefühl beschlichen. Vielleicht wird sie „Suki“ nie wieder sehen. Seit zweieinhalb Wochen schon vermisst sie ihre geliebte Katze, die über Nacht spurlos verschwand. Was ist, wenn „Suki“ überfahren wurde? Würde Lang das überhaupt erfahren? Sicher ist sie sich da nun keineswegs mehr.

„Die bei der Polizei haben gesagt, sie hätten andere Sachen zu tun. Sie würden Menschen suchen – da könnten sie sich nicht auch noch um tote Katzen kümmern“, berichtet Lang deprimiert. Bereits seit dem 9. September ist „Suki“ spurlos verschwunden. Im vergangenen Herbst „adoptierte“ Lang,wie sie selbst sagt, die Geschwisterkatzen „Suki“ und „Mimi“, holte sie aus dem Schleswiger Tierheim zu sich nach Hause auf einen alten Resthof in Schuby. Tagsüber konnten die beiden Schwestern über eine Katzenklappe nach draußen gelangen und „beide sind laut maunzend auf mich zu gelaufen, wenn ich auf den Hof gefahren kam“, erinnert sich Lang.

Jetzt nimmt nur noch „Mimi“ die Schubyerin in Empfang. Ob Aushänge beim Bäcker, an der Schule und im Supermarkt oder Vermisstenanzeigen in den entsprechenden sozialen Foren im Internet – alle Versuche, die geliebte Katze wiederzufinden, blieben ohne Erfolg. „Suki ist so neugierig und vertrauensselig, dass sie sogar in ein offen stehendes Auto oder einen Transporter eingestiegen sein könnte, sich also auch bereits außerhalb von Schuby aufhalten könnte, vielleicht aber auch in irgendeinem Keller, Schuppen, oder sogar auf einem Dachboden festsitzt. Jeder Hinweis kann hilfreich sein“, schreibt Katrin Lang bei Facebook.

Dass die Polizei wichtigere Dinge zu tun hat, als Frauchen und Herrchen von entlaufenen und überfahrenen Hauskatzen ausfindig zu machen, verstehe sie selbstverständlich, sagt die Schubyerin. Dass aufgefundene Kadaver aber nur an den Straßenrand gelegt und dort womöglich verscharrt werden, nicht, denn schließlich seien gechippte Katzen – tot oder lebendig – mit einem entsprechenden Lesegerät recht schnell und einfach einem Halter zuzuordnen. Und diese würden unter dem Verlust leiden: „Lebt Suki noch oder nicht? Dieses Nicht-Wissen kann einen ganz schön zermürben“, sagt die Schubyerin. Und: Gewissheit, auch über den Tod ihres Stubentigers, könnte ihr womöglich helfen, sich nicht sinnlos weiter zu quälen.

Nun das Problem: Das Amt Arensharde und sein Bauhof verfügen nicht über ein solches Lesegerät, sagt Holger Weinert vom Ordnungsamt. Er zeigt Verständnis für Langs Sorgen und hat im Flur der Amtsverwaltung ein Bild von „Suki“ inklusive Suchanzeige aufgehängt. Aber das Amt könne es sich beim besten Willen nicht leisten, die Mitarbeiter des Bauhofes mit jedem aufgefundenen Tierkadaver bis zur Tierkörperverwertung nach Jagel zu schicken, sagt Weinert. Dort gibt es – genauso wie im Schleswiger Tierheim, dem die lebend aufgefundenen herrenlosen Katzen zugeteilt werden – ein entsprechendes Lesegerät. Selbstverständlich würden die Amtsmitarbeiter auch bei tot aufgefundenen Tieren nach offensichtlichen Hinweisen auf den Halter, nach einem Halsband oder einer Tätowierung suchen. Aber ließe sich so niemand ausfindig machen, werde „hier auf dem Land eine einfache Lösung gefunden“, sagt Weinert. Die Feldmark biete genug Plätze, um die Tiere ordentlich zu begraben.

Dies würde Katrin Lang aber lieber selbst machen und ihrem geliebten Tier in ihrem eigenen Garten die letzte Ruhestätte geben. Sie kann nicht verstehen, dass das Amt ein entsprechendes Lesegerät nicht vorhält – man denke nur an die vielen Senioren, denen nur noch ein Stubentiger als letzter Gefährte geblieben sei, sagt sie. Vielen von ihnen, deren Tiere verschwunden seien, bliebe das bange, aber womöglich unnötige Hoffen auf eine Rückkehr ihrer felligen Freunde, womöglich erspart – gäbe es nur dieses Lesegerät.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 12:45 Uhr

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