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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei : Die Wächter an Schlei und Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Polizisten der Kappelner Station sind für das Gebiet von Schleswig bis Eckernförde zuständig. Wir haben sie begleitet.

Kappeln | Der Kreis Schleswig-Flensburg ist von Wasser geprägt. Ostsee, Schlei, Flensburger Förde, Flüsse und Seen sind besonders im Sommer Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Was passiert am und auf dem Wasser? Und wie arbeitet die Wasserschutzpolizei? Wir haben sie begleitet.

Pünktlich um 11.45 Uhr schaltet die Ampel auf der B 203 vor der Schleibrücke auf Rot. Wenige Sekunden später hebt sich die Brücke und gibt den Weg für Segelboote, Motorboote und Fahrgastschiffe frei. Auch die „Staberhuk“, das Küstenboot der Wasserschutzpolizei Kappeln, wartet vor der Brücke, um danach schleiabwärts zu fahren. Noch bevor grünes Licht gegeben wird, fährt ein kleines Boot los und steuert auf die Liegeplätze zu. „Der hätte noch nicht fahren dürfen“, sagt Harald Scholler, Stationsleiter der Kappelner Wasserschutzpolizei. Doch diesmal hat der Eigner Glück, die Beamten drücken ein Auge zu.

Reger Verkehr herrscht auf der Schlei, wenn sich die Brücke in Kappeln öffnet.
Reger Verkehr herrscht auf der Schlei, wenn sich die Brücke in Kappeln öffnet. Foto: Ludwig (3)
 

Die Ampel springt auf Grün, und die „Staberhuk“ setzt sich in Bewegung. Trotz Ferienzeit sind nicht viele Schiffe auf der Schlei unterwegs, denn es ist windig. Am Wochenende sei das anders, sagt Scholler. „Dann ist hier richtig was los.“ Es geht nun in Richtung Maasholm. Dort hatte die Wasserschutzpolizei von 2000 bis 2008 ihre Station. Seit acht Jahren ist sie zusammen mit der Schutzpolizei im ehemaligen Amtsgericht in der Gerichtsstraße untergebracht. Wegen der Umstrukturierung und des damit verbundenen Stellenabbaus im vergangenen Jahr sind statt sechs nur noch vier Polizisten in der Station beschäftigt. Sie sind für die Schlei sowie das Gebiet bis Eckernförde zuständig und arbeiten in Schichten. Ab Schleimünde nordwärts übernehmen die Kollegen aus Flensburg. 48 Sportboothäfen gibt es zwischen Schleswig und Eckernförde mit mehr als 4600 Einzelliegeplätzen.

Neben der „Staberhuk“ (27 Meter Länge), die mit der „Falshöft“ aus Kiel und der „Fehmarn“ aus Heiligenhafen zu den Präsenzbooten für die gesamte Ostsee gehört, steht den Kappelner Beamten ein einzelnes Schlauchboot und das zehn Meter lange Streifenboot „Angeln“ zur Verfügung. Zusätzlich liegt auf dem Achterdeck der „Staberhuk“ ein wendiges Schlauchboot, das zu Wasser gelassen wird, wenn eine Streife auf der Schlei ansteht. „Damit kommen wir näher an die anderen Boote ran“, erklärt Scholler.

Das Tagesgeschäft der Wasserschutzpolizei umfasst einen bunten Strauß an Aufgaben. Geschwindigkeitsverstöße, Alkoholmissbrauch, Gewässerverunreinigung und Diebstahlsdelikte sind nur einige Fälle, mit denen sich die Polizisten auseinandersetzen. Hinzu kommt die Fischereiaufsicht, die meist in den Wintermonaten im Mittelpunkt steht. Einsätze gibt es genug. „Vor einem Jahr hat ein Segelboot in Kappeln abgelegt und dabei mehrere Boote beschädigt“, erinnert sich Scholler. Die Beamten stoppten die beiden Unfallfahrer und stellten bei einer Alkoholkontrolle 2,6 Promille fest. Der zweite Segler hatte keinen Bootsführerschein. Eigentlich wollten die beiden über den Nord-Ostsee-Kanal zur Nordseeinsel Spiekeroog fahren, doch in Schleimünde endete die Reise.

Mit Geschwindigkeitsverstößen haben es Scholler und seine Kollegen auch immer wieder zu tun. Da es auf See keinen „Blitzer“ gibt, müssen sich die Polizisten anders behelfen. „Wir messen mit einer Laserpistole oder fahren ein bis zwei Kilometer hinter einem Boot her und kontrollieren die Geschwindigkeit über ein GPS-Gerät“, erklärt der Stationsleiter. Manchmal falle ein zu schnelles Boot auch durch sein Gleiten auf.

Nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Hafenbereich ist die Wasserschutzpolizei im Einsatz. Die vier Beamten der Kappelner Station waren etwa bei den Heringstagen, der Aalregatta und zuletzt bei den Piratentagen in Eckernförde vor Ort. „Diese Einsätze sind sehr personalintensiv“, stellt Scholler fest. Dann bleibt die Prävention auf dem Wasser auf der Strecke.

Eine Reportage über die Seenotretter von Helgoland gibt es hier.

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erstellt am 13.Aug.2016 | 09:07 Uhr

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