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Schleswiger Nachrichten

30. Juni 2016 | 10:40 Uhr

Auf der Freiheit : Die Senioren-Anlage kommt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Team Vivendi beerdigt sein Binnenhafen-Projekt – und verkauft das Gelände an einen Investor aus Gießen.

Die Binnenhafen-Träume auf der Freiheit sind endgültig vom Tisch. Stattdessen kommt die Seniorenanlage. Darauf haben sich jetzt die Team Vivendi GmbH und als Projektbetreiber die HP&P-Gruppe aus Gießen in Abstimmung mit der Stadt Schleswig geeinigt. In einer gemeinsamen Presseerklärung teilten gestern die Freiheit-Eigentümer und die Seniorenheim-Investoren mit, dass man sich derzeit in Verkaufsverhandlungen für das Areal befinde. Es geht um das Gelände, das ursprünglich für den Binnenhafen vorgesehen war. Auf diesem etwa acht Hektar großen Stück, das zwischen A.P.-Møller-Schule und Kulturstätte „Heimat“ liegt, sollen neben der Senioreneinrichtung auch weitere Wohnungen entstehen. „Wir planen eine Bebauung, die in hochwertigem Stil sowohl ein Mehrgenerationen-Wohnen als auch ökologische Kriterien berücksichtigt“, betont laut Pressemitteilung der HP&P-Geschäftsführer und Architekt Helmut Peter. Etwa 100 Arbeitsplätze werden im Bereich der Seniorenresidenz geschaffen, heißt es. Bereits in zwei bis drei Monaten will der Projektbetreiber sein überarbeitetes Konzept für die Seniorenanlage im Rathaus vorlegen, kündigt Team-Vivendi-Sprecher Michael Radtke auf SN-Nachfrage an. Bürgermeister Arthur Christiansen ist zuversichtlich, dass „gemeinsam eine gute Lösung“ gefunden werde. „Es freut mich sehr, dass Team Vivendi einen renommierten Investor ins Boot geholt hat und wir eine realistische Perspektive für die Bebauung des Geländes haben“, sagt er.

Fast ein Jahrzehnt lang hatten die Freiheit-Eigentümer von Team Vivendi einen zähen Kampf gegen viele Widerstände geführt, um den Binnenhafen durchzusetzen, stets nach der Devise „ohne Binnenhafen kein Seniorenheim“. Noch bis vor einem Monat hielten sie beharrlich an dem Hafen-Plan mit 250 Liegeplätzen fest, obgleich das Land bereits signalisiert hatte, dass das Projekt allein aus Lärmschutzgründen kaum umzusetzen sei. Dass diese Querelen nun jedoch der Vergangenheit angehören, wurde von den großen Ratsfraktionen einhellig begrüßt. CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Ley zeigt sich vom Gesprächsergebnis erfreut: „Es ist tatsächlich ein Neuanfang, dass Team Vivendi einen Investor präsentiert, der das Grundstück kauft und es, in noch größerem Umfang als bisher geplant, auch bebaut. Es geht also endlich voran.“ Gemeinsam mit der Stadt werde der Investor Helmut Peter nun eine Planung entwickeln, die noch vor der Sommerpause der Öffentlichkeit und den Gremien vorgestellt werden kann. Zudem werde der Investor auch das Lärm-Problem zwischen den Einrichtungen A.P.-Møller-Schule, Seniorenheim und Kulturstätte „bautechnisch lösen“, sagt er. Der Investor aus Gießen gilt nach Leys Aussage als solvent und ebenso als „besonders kompetent beim Bau von großen Wohnanlagen“.

„Das ist eine gute Nachricht“, meint SPD-Fraktionschef Stephan Dose, da der Eigentümerwechsel dieses Geländes nun einen Neustart ermögliche. Schließlich hätten sich die Fronten zwischen Team Vivendi und der Stadtverwaltung immer weiter verhärtet, zumal die planungsrechtlichen Hürden für das Projekt hoch waren. Auch seine Fraktion habe den Binnenhafen für nicht realisierbar gehalten. Dose: „Bei der Neuplanung für die Seniorenanlage legen wir nun weiterhin Wert darauf, dass die A.P.-Møller-Schule ihren Betrieb und ihre kulturellen Veranstaltungen uneingeschränkt fortsetzen kann.“

Einer der Hauptgegner des Binnenhafen-Ausbaus war der dänische Nachbar, die A.P.-Møller-Schule. Was sagt nun deren Träger, der dänische Schulverein, zur neuen Entwicklung? Vorsitzender Udo Jessen in einer ersten Stellungnahme gegenüber den SN: „Wir sind sehr gespannt auf ein neues Konzept in unserer Nachbarschaft. Und wir würden uns über neue Nachbarn freuen.“ Jedoch: „Da sich bisher weder die Stadt noch der Investor bei uns gemeldet haben, fällt mir eine Bewertung nicht ganz leicht.“ Jessen geht aber davon aus, wie er sagt, dass die A.P.-Møller-Schule als „wichtiger kultureller Standort“ in der Stadt beibehalten bleibt.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 17:49 Uhr

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