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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 22:55 Uhr

Für ein sauberes Schleswig : Die Plastiktüte soll zum Auslaufmodell werden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Abfallwirtschaft und Stadtmarketing stellen neue wiederverwendbare „Wikingerstadt“-Tragetasche vor.

Dass Plastiktüten schädlich für die Umwelt sind, weiß man nicht erst seit gestern. Bis zu 500 Jahre dauert es, bis eine herkömmliche Tüte komplett zersetzt ist. Bis dahin gelangen aber jede Menge giftige Stoffe wie Weichmacher und Farben in unsere Umwelt. Das Stadtmarketing und die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) wollen nun ein Zeichen gegen Plastiktüten setzen. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) haben sie jetzt ein neues Konzept vorgestellt: für ein Tüten-freies Schleswig.

Plastiktüten, so der Plan, sollen demnach künftig durch wiederverwertbare und wiederverwendbare Tragetaschen ersetzt werden. Bis zu 10 Kilogramm sollen sie problemlos transportieren können. Farblich sind sie in einem maritimen Blau gehalten, auf Vorder- und Rückseite finden sich die Logos der ASF und der „Wikingerstadt“. Besonders das Thema Wikinger sollten die Taschen mit ihrem Aussehen aufgreifen. Dazu passend die stabilen Baumwollträger, die an Schiffstaue erinnern. Das wohl wichtigste sind aber die Inhaltsstoffe: Die Taschen besteht aus Polypropylen – einem Kunststoff mit großem Recyclinganteil. „Uns war wichtig, dass die neuen Produkte eine lange Lebensdauer haben“, betonte Stadtmanager Rüdiger Knospe. Denn, so erklärte ASF-Geschäftsführer Lutz Döring: Bei Plastiktüten sei insbesondere die kurze Benutzungsdauer ein „Riesenproblem“. Eine Tüte würde im Schnitt 25 Minuten genutzt, ehe man sie wegwerfe. Das bedeute, dass auf eine Minute Benutzung 20 Jahre Zersetzung kommen.

Johannes Thaysen, Grünen-Ratsherr und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer, erläuterte in einem Vortrag, wie sehr Plastiktüten – „als Symbol einer Wegwerfgesellschaft“ – konkret die Umwelt schädigen. Auch bei Alternativen wie Jute- oder Baumwollbeuteln sei die Umweltbelastung durch die aufwendige Herstellung und die beim Anbau der Rohstoffe verwendeten Giftstoffe immens. „Biologisch abbaubare Produkte enthalten immer auch einen Anteil von nicht abbaubarem Plastik und sind deswegen auch nicht zu empfehlen, wobei sie natürlich immer noch besser sind, als solche aus einhundert Prozent PVC“, so Thaysen.

Bis nun die neue „Wikingerstadt“-Tasche in den Umlauf kommt, muss man sich noch etwas gedulden. Am Sonnabend, 9. Juli, findet auf dem Capitolplatz eine Aktion statt, bei der man zwei Plastiktüten gegen eine neue Tragetasche tauschen kann. Dort wird man sie dann auch kaufen können. Später, so der Plan, bekommt man sie dann in vielen Schleswiger Geschäften. Die ASF kündigte an, den Erlös aus der Aktion zu spenden.

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