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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:11 Uhr

IHK in Süderbrarup : „Die Erwartungen unserer Gäste sind höher geworden“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei einer IHK-Veranstaltung im Angler Hof gab es Experten-Tipps zur Modernisierung im Tourismusbereich.

Süderbrarup | Der Tourismus gewinnt in der Region an Stellenwert. In vielen Bereichen wird über Modernisierung und Erweiterung von Ferienwohnungen, Pensionen und Hotelkapazitäten nachgedacht. Die IHK unterstützt diese Projekte durch das Designkontor, eine Tochter der IHK Schleswig-Holstein. Designkontor bietet seine Hilfe an bei der Förderung, Nachfolgeregelung, Ausbildung und Information. Ein Schwerpunkt ist derzeit die erfolgreiche Gestaltung und Vermarktung von Ferienwohnungen und Hotels. Stefan Wesemann von der Geschäftsstelle Schleswig der IHK Flensburg konnte im Angler Hof in Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) zahlreiche interessierte Vermieter begrüßen, die sich über Gestaltung, Modernisierung, Marketing, Raumkonzepte und Modernisierungsinvestitionen informieren wollten.

Der Angler Hof in Süderbrarup sei bewusst gewählt worden, so Wesemann, weil er ein Beispiel für moderne Gastlichkeit sei. „Hier ist ein Haus neu erfunden worden“, lobte Wesemann. Zahlreiche Besucher der Veranstaltung nutzen die Gelegenheit, sich von Geschäftsführer Johann Schulke, das frisch renovierte, umgestaltete, in diesem Jahr neu eröffnete Haus zeigen zu lassen. In 24 Zimmern, davon zwei Einzelzimmer, bietet der Landgasthof moderne Behaglichkeit. Dazu kommt ein Restaurant mit bis zu 80 Plätzen. Im Angler-Hof, ein Haus mit langer Tradition in Süderbrarup, wurden durch die Investition 13 Arbeitsplätze im Bereich Gastronomie und Hotel geschaffen. Mit Kevin Noack steht ein 26-jähriger Küchenchef der Küche vor, der bei Dirk Luther im Alten Meierhof sein Handwerk gelernt hat.

„Die Erwartungen unserer Gäste sind höher geworden“, informierte Ingo Joachim Dahlhoff von Designkontor seine Zuhörer. Urlauber wollen sich heute in ihrer Unterkunft besser als zu Hause fühlen, lautet der Anspruch an die Vermieter. In der Praxis bedeutet das für ein Haus, dass es Wohlfühlatmosphäre, Charme, Abwechslung, Großzügigkeit und einen Bezug zum Ort ausstrahlen müsse.

Viele Beherbergungsbetriebe haben die Zeitenwende noch nicht erkannt, andere dagegen haben sich auf den Weg der Modernisierung gemacht, berichtete Robert Cordes von Cordes Rieger Consulting aus Kiel, die sich speziell um Tourismus, Hotelerie und Gastronomie kümmern. „Wer erfolgreich sein will, braucht ein klares Profil, muss sich manchmal neu erfinden“, machte Cordes deutlich. Wer sich zu diesem Schritt entschlossen hat, sollte sich vor dem Schritt zu seiner Bank ausführlich informieren und beraten lassen. Landesbanken und die KfW–Bank haben etliche Programme zur Unterstützung der Unternehmen aufgelegt.

Cordes' Kollegin Ute Rieger forderte auf, den Unternehmenskern heraus zu arbeiten, neue Nischen anzubieten und Visionen zu bilden. Schonungslos die eigene Situation analysieren, den Wettbewerber ansehen und über den eigenen Ort hinaus schauen sind unerlässlich. Wichtige Erkenntnisse lassen sich gewinnen, wenn man seinen eigenen Betrieb von außen anschaut und sich mit seinen Zielgruppen beschäftigt.

Zur Gästegewinnung ist der Einsatz neuer Medien wie Internet, Facebook und Instagram absolut notwendig, mahnten Timo Klass und Ben Dobbertin von Hochzwei in Flensburg. Die Web-Präsenz müsse mobil sein, meinte Klass mit dem Hinweis, dass man neben dem Internet auch auf dem Smartphone vertreten sein müsse. Soziale Medien, so sein Hinweis, ermöglichen den Kunden-Dialog. Die Annahme, Facebook sei nur für Jugendliche, widerlegte Klass mit Fakten.

Es gibt mehr Facebook-Nutzer in der Altersgruppe 30 bis 50 als in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen. Die Angst vor einem Shitstorm wollte Dobbertin nehmen, in dem er aufforderte, die Chance zum Dialog auch mit einem unzufriedenen Kunden zu nutzen. Wiebke Brendel aus Handewitt stellte Raumkonzepte vor und Marcus Jessen aus Büsum gab einen Erfahrungsbericht über die Modernisierung seines Hotels. Stefan Wesemann freute sich am Ende über so viele interessierte Besucher, von denen die meisten nachdenklich den Angler Hof verließen.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 14:35 Uhr

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