zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 10:45 Uhr

Schleswiger Steckrübentage : Die doppelte Rübenkönigin

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit sechs Jahren wirbt Joanna I. fürs traditionelle Essen mit Kassler und Kochwurst – jetzt bekommt sie Verstärkung.

Unzählige Weinköniginnen regieren entlang der Ufer von Rhein und Mosel, eine Rübenkönigin aber, die gab es in ganz Deutschland nur ein einziges Mal. Bis gestern Mittag. Denn da hat Joanna Rohwer (32) – Schleswigs Steckrübenkönigin seit 2010 – Verstärkung bekommen. Die neue Botschafterin der Steckrübentage heißt Janina Büßen, kommt aus Kappeln, ist 26 Jahre alt, studiert Dänisch und Geschichte – und isst ihren Rübenmus gern ohne Kassler und Kochwurst.

Dass Janina I. die nötige Bodenständigkeit hat, um ihr Amt angemessen auszufüllen, bewies sie, als sie gegen 13.30 Uhr auf dem Capitolplatz im strömenden Regen ihre Gastgeber vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mit einem ortstypischen „Nützt ja nix“ begrüßte.

Die Rede an das hungrige Volk, das warm und trocken im Festzelt saß, hielt dann erst einmal die alte Königin Joanna I. „Bei diesem Wetter schmeckt das Essen um so besser“, befand sie und erzählte dann, wie sich ihr Leben seit ihrer Krönung 2010 verändert hat. Auf zahlreichen Messen hat sie die Region zwischen Schlei und Flensburger Förde repräsentiert, unter anderem auch auf der Grünen Woche in Berlin. Immer wieder erzählte sie, dass Rübenmus tatsächlich ihr Leibgericht ist. Jetzt aber, sagte sie, als berufstätige Mutter einer zweijährigen Tochter, fehle ihr die Zeit, um sich mit voller Kraft der Rübe widmen zu können.

Endgültig abgedankt hat Joanna Rohwer trotzdem nicht. Sie behält ihre Scherpe und ihr weißes Königinnenkleid und wird auch in Zukunft gelegentlich als Steckrübenkönigin auftreten.

Im Vordergrund aber steht künftig Janina I. Wie aber wird man eigentlich Steckrübenkönigin? So richtig erklären, wie es dazu kam, kann die neue Regentin selber nicht. Sie hat sich nirgends beworben, es gab kein Auswahlverfahren. Sie erhielt einfach eines Tages einen Anruf vom Dehoha-Kreischef Hans-Peter Hansen. Er hatte von einem Bekannten den Tipp bekommen, dass es da eine Studentin in Kappeln gebe, die sich gut machen könnte als Rübenkönigin.

So stand sie also gestern im Regen auf dem Capitolplatz und sagte: „Ich freue mich, die Steckrübentage in den nächsten Jahren begleiten zu dürfen.“ Auch am heutigen Sonnabend wird hier noch frisch zubereiteter Rübenmus aus der Hotelküche des „Hohenzollern“ serviert. Insgesamt beteiligen sich 28 Gaststätten aus dem Kreisgebiet und Flensburg an den Steckrübentagen und haben in den kommenden Wochen Rübengerichte auf ihren Speisekarten.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Okt.2016 | 07:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen