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Schleswiger Nachrichten

23. März 2017 | 07:06 Uhr

Schleswig : Der Gallbergschule droht das Aus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fürs nächste Schuljahr bekommt die seit Langem kriselnde Gemeinschaftsschule nicht mehr genug Fünftklässler zusammen. Wer sich dort bereits angemeldet hat, muss sich jetzt nach einer anderen Schule umsehen.

Eine fast seismografische Wirkung geht von den Anmeldezahlen der angehenden Fünftklässler aus. Denn diese zeigen zuverlässig erdbebenartige Erschütterungen an Schulen auf – so wie jetzt an der Gallbergschule. Die Gemeinschaftsschule, die seit Jahren ums Überleben kämpft, hat jetzt so wenig Anmeldungen für den neuen 5.  Jahrgang abbekommen, dass es gerade mal für eine Klasse reichen könnte.

Das hat nun Konsequenzen: So wird es nach den Sommerferien keinen fünften Jahrgang mehr an der Gallbergschule geben. Und die Kinder, die dort bereits angemeldet wurden, müssen sich mit ihren Eltern nach einer anderen Schule umsehen.

Das bestätigte auf SN-Nachfrage gestern Stadtsprecherin Antje Wendt. Angesichts der neuen Situation durch die geringen Anmeldezahlen habe sich die Leiterin der Gallberg-Gemeinschaftsschule, Anja Moeskes, bereits mit der Stadt als Schulträgerin sowie mit der Schulaufsicht abgestimmt, erklärte Wendt. Wie es auf längere Sicht weitergehen soll an der Gallbergschule – darüber werde man in den nächsten Monaten mit der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung Gespräche führen, heißt es. Zitiert wird die Gallbergschulleiterin in einer Mitteilung der Stadt. Darin erklärt sie: „Wir bedauern diese Entwicklung sehr, zumal wir die Arbeit an der Gallbergschule als erfolgreich ansehen, denn drei Viertel unserer Zehntklässler streben das Abitur an.“ Moeskes selbst war auf SN-Nachfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Was wird aus den verbliebenen Gallbergschülern in den Jahrgangsklassen sechs bis zehn? „Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Gallbergschüler bis zu ihrem jeweiligen Abschluss an der Schule bleiben können“, teilt die Stadt dazu mit. Nach jetzigem Stand sind an der Gallbergschule insgesamt 276 Schüler von der 5. bis zur 9. Klasse. Weitere 26 Zehntklässler werden die Schule vor den Sommerferien verlassen. Derzeit sind 27 Lehrkräfte an der Schule beschäftigt – auf 24,1 Stellen verteilt, davon 18 Vollstellen.

Während das Schicksal der Gallbergschule im Ungewissen liegt, ist die Lage an den anderen Schleswiger Schulen entspannt. Auch an der Domschule, wo es im vergangenen Frühjahr hoch herging wegen der von der Stadt verordneten Kapazitätsbegrenzungen, die von einigen Eltern nicht akzeptiert wurden. Die sind jedoch gänzlich vom Tisch (wir berichteten). Und so werden auch an der Domschule alle angemeldeten 127 Fünftklässler aufgenommen, erklärte der stellvertretende Domschulleiter Karlheinz Einsle gegenüber den SN. „Wir sind mit der Anmeldezahl sehr zufrieden und werden fünf Klassen einrichten“, sagte er. Zufriedenheit zeigt sich auch bei der Lornsenschule, deren Leiterin Erdmut Fox 94 Anmeldungen bekannt gibt. An der Bruno-Lorenzen-Schule sind nach Angaben von Rektor Bernd Nissen bisher 85 Anmeldungen eingegangen. Dannewerk-Schulleiterin Andrea Schönberg vermeldet 80 Schüler, die sie auf vier Klassen verteilen will.

Insgesamt haben sich mehr als 400 Fünftklässler an Schleswiger Schulen angemeldet.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 13:46 Uhr

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