zur Navigation springen

Schleswig : Der Chefposten im Stadtmuseum ist wieder besetzt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die bisherige Interims-Direktorin Dörte Beier setzt sich gegen 51 Mitbewerber durch – und möchte das Stadtmuseum zu einem Zentrum des kulturellen Lebens in Schleswig ausbauen.

Die Hängepartie ist beendet. Ein gutes halbes Jahr, nachdem sich Holger Rüdel in den Ruhestand verabschiedet hat, hat das Stadtmuseum wieder ganz offiziell eine Leitung. Gestern wurde Dörte Beier als neue Direktorin vorgestellt. Im Rathaus wurde diese Personalie schon lange als offenes Geheimnis gehandelt. Beier hatte das Haus in den letzten Monaten bereits kommissarisch geführt. Dennoch: „Das Auswahlverfahren war kein Selbstgänger“, betonte Julia Pfannkuch, die als Fachbereichsleiterin Bürgerservice im Rathaus auch für die Kultur verantwortlich ist. Dörte Beier habe sich gegen 51 Bewerber aus der ganzen Bundesrepublik durchgesetzt.

Die Neubesetzung der Museumsleiterinnen-Stelle, zu der auch die Leitung des Fachdienstes Kultur und Tourismus gehört, markiert auch das Ende einer lag anhaltenden kommunalpolitischen Debatte um die künftige Ausrichtung des Stadtmuseums, die bereits Ende 2015 begonnen hatte, als die Ratsversammlung die Haushaltsmittel für die Neubesetzung der Stelle vorläufig gesperrt hatte. Insbesondere die CDU hatte die Stadtverwaltung auf diesem Wege dazu drängen wollen, ein Sparkonzept für das Stadtmuseum vorzulegen.

Ein solches Konzept liegt zwar noch immer nicht endgültig vor, werde aber in diesem Sommer im Kulturausschuss beraten, kündigte Pfannkuch an. „Aber einfach nur sparen, das führt zu einem Qualitätsverlust, und das wollen wir nicht“, betonte sie.

So sprach Dörte Beier denn auch statt über Einschnitte gestern erst einmal über neue Akzente, die sie setzen möchte. Bewährte Schwerpunkte wie die Ausstellungen mit Arbeiten international gefeierter Naturfotografen möchte sie beibehalten. Sie greift unter anderem auf ein Konzept zurück, das das Planungsbüro „Complizen“ aus Halle an der Saale bereits vor gut zwei Jahren im Auftrag der Stadtverwaltung erarbeitet hatte. Es sieht vor, die Bürger der Stadt mehr als bisher ins Museumsleben einzubinden. So könnten die drei Schützengilden mehr Raum als bisher bekommen, nannte Beier ein Beispiel. Vor allem aber möchte sie die Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren. „Dazu werden wir mundgerechte Angebote entwickeln.“ Dies ist ein Metier, in dem die neue Museumsleiterin Erfahrung hat. Seit 2011 hat sie im Hause bereits den Bereich der Museumspädagogik geleitet. Für das Stadtmuseum tätig ist sie indes schon seit 2006. Damals engagierte der Förderverein des Museums sie als freischaffende Kuratorin für eine Foto-Ausstellung. In den letzten Jahren arbeitete Beier zehn Stunden pro Woche in Schleswig. In ihrer übrigen Arbeitszeit war sie freiberuflich insbesondere für die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein tätig, für die sie rund 50 Ausstellungen betreut hat.

Die Vollzeit-Stelle als Museums-Chefin kommt „jetzt in der Mitte meines Lebens genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte die 56-Jährige. „Vor zehn Jahren hätte ich mir diese Aufgabe vielleicht noch nicht zugetraut. Aber jetzt weiß ich: Das packe ich.“ Ihre Kinder sind inzwischen 23 und 16 Jahre alt. Die Kunsthistorikerin lebt mit ihrer Familie in Kiel. Zu ihrer neuen Aufgabe wird auch gehören, sich intensiv mit der Schleswiger Stadtgeschichte zu beschäftigen. Die in die Jahre gekommene Dauerausstellung im Haupthaus des Museums steht vor einer Auffrischung. Gewappnet dafür sieht sie sich. Spätestens seit ihrer Promotion, in der sie sich mit der städtebaulichen Geschichte Kiels beschäftigte, kenne sie sich in der schleswig-holsteinischen Geschichte aus.

Ein weiteres Feld, in das sie sich bereits in den vergangenen Monaten einarbeiten konnte, ist der Kulturbereich in der Stadtverwaltung. „Ich möchte den Fachdienst ausbauen zu einem Kompetenz- und Beratungszentrum – zu einem Dienstleister für alle Kulturschaffenden in Schleswig, egal ob aus der bildenden Kunst, aus Musik, Theater, Film oder Fotografie.“

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 16:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen