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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 12:55 Uhr

Domziegelhof : Dem Schrotthaus geht es an den Kragen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Ruine im Domziegelhof wird seit Montag abgerissen. Zahlen muss erst einmal die Stadt.

Es war zwar nicht wirklich zu hören. Aber das Aufatmen der Nachbarn konnte man sich gut vorstellen, als gestern Morgen der Bagger anrollte, um das seit Jahren vor sich hingammelnde Haus im Domziegelhof 33 abzureißen. Seit Jahren ist es den Anwohnern ein Dorn im Auge – jetzt endlich wird es dem Erdboden gleichgemacht.

Die Stadt hat dazu den Auftrag erteilt und sich dabei auf eine Regelung in der Landesbauordnung berufen, nach der die Verwaltung im Rahmen einer so genannten Ersatzvornahme tätig werden kann, wenn der Eigentümer nichts unternimmt. Der Besitzer willigte schließlich ein und erlaubte den Abriss. Ob er aber auch für die Kosten aufkommt, das wird sich noch zeigen, erklärte Rathaus-Sprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage. „Wir gehen zunächst in Vorleistung und versuchen dann, uns das Geld zurückzuholen“, sagte sie.

40  000 Euro hat die Stadt für den Abriss zweier Schrott-Imobilien im Haushalt zurückgestellt. Im Domziegelhof wird dies nun umgesetzt. Im Hesterberg, wo ein weiteres Haus seit Jahren verrottet und längst zum Schandfleck der Straße geworden ist, können die Bagger derweil noch nicht anrücken. „Der Eigentümer hat Einspruch gegen den Abriss eingelegt. So lange es sich dort um ein schwebendes Verfahren handelt, können wir noch nichts machen“, so Wendt.

Anders sieht es nun im Domziegelhof aus. Dort hat der Abrisstrupp des Unternehmens Sönke Görrissen aus Treia bereits gestern ganze Arbeit geleistet. Schon gegen Mittag war es dem Haus sichtlich an den Kragen gegangen. „Wir müssen aber alle Baustoffe sorgfältig trennen, deswegen kann die ganze Geschichte hier bis zu einer Woche dauern“, erklärte Baggerfahrer Viktor Schlotgauer. Während er mit schwerem Gerät ans Werk ging, waren seine Kollegen Christoph Jöns und Florian Strötzel auf dem Dach und im Haus im Einsatz. „Es sieht drinnen schon heftig aus. Wohnen will man in dem Ding nicht mehr“, sagte Jöns und lud kurz zu einem Blick ins Innere des Schrotthauses ein. Tatsächlich liegen dort kreuz und quer alte Möbel, Fußböden und Wände sind sichtlich ramponiert, ebenso die alte Holzvertäfelung, die überall im Haus angebracht wurde. Dass das Ganze muffig und nach Schimmel riecht, kann man sich vorstellen. Umso mehr werden sich die Nachbarn freuen, wenn das Haus bis Ende der Woche endlich verschwunden ist.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 07:20 Uhr

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