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Schleswiger Nachrichten

28. März 2017 | 10:14 Uhr

„Equal-Pay-Day“ in Kropp : „Dass Frauen 21 Prozent weniger kriegen, ist doch gelogen!“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Sozialverband SoVD macht in Kropp und Schleswig auf Lohn-Ungerechtigkeit aufmerksam.

Im vergangenen Jahr haben Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger Bruttostundenlohn erhalten als Männer, hat das Statistische Bundesamt errechnet. Auf diese Lohnlücke machte gestern Wolfgang Schneider, Landesvorsitzender des Sozialverbands (SoVD), in Kropp mit dem Ortsverband, dem Kreisverband und der Gleichstellungsbeauftragten Andrea Heinrich aufmerksam und warb für den heutigen „Equal Pay Day“ – und die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit.

„Dass Frauen 21 Prozent weniger kriegen, ist doch gelogen!“ Aufgeregt erhob ein Passant das Wort und meinte, Frauen würden einfach in schlechter bezahlten Berufen arbeiten.

Tatsächlich kommen zwei Drittel der Ungleichheit dadurch zustande, dass Frauen in schlechter bezahlten Branchen, oft in Teilzeit und selten als Führungskräfte arbeiten – wobei dies Folge benachteiligender Strukturen sein kann, wie die ungleich verteilte Kinderbetreuung. Selbst bei gleicher Qualifikation, Erfahrung und Tätigkeit verdienen Frauen im Schnitt sieben Prozent weniger als Männer.

Daher wirbt der SoVD mit dem „Equal Pay Day“ seit zehn Jahren für mehr Gleichberechtigung. In Kropp verteilten die Mitglieder 150 rote Taschen mit Sonnenbrille und Brötchen – denn davon könnten viele Frauen nur kleine backen. Die Aktion komme gut an, so Andrea Heinrich. „Viele Frauen nehmen es nur zur Kenntnis“, meinte Schneider und vermutete, „dass ihnen vielleicht das Bewusstsein fehlt, dass sie betroffen sind“. Zuletzt wurden Gesetze auf den Weg gebracht, die Löhne transparenter machen sollen – aber nur in Betrieben ab 200 Mitarbeitern.

>am heutigenSoonnabend verteilt der Sozialverband 400 Taschen auf dem Schleswiger Capitolplatz.

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erstellt am 18.Mär.2017 | 07:56 Uhr

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