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Schleswiger Nachrichten

29. Juli 2016 | 05:59 Uhr

Erstwähler-Seminar : „Das hier ist informativer als jeder Wahl-O-Mat“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Drei Tage lang beschäftigten sich 100 Lornsenschüler auf dem Scheersberg mit Politik, Parteien und der Bundestagswahl

Wie steht die CDU eigentlich zur Umwelt? Wie die Grünen zur Bildung? Und wann meint ein Politiker auch das, was er sagt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 100 Lornsenschuler auf einem dreitägigen „Erstwählerseminar“ in der internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Bis gestern erkundeten sie drei Tage die Irrungen und Wirrungen der unterschiedlichen Parteienprogramme.

„Wir wollten dabei gerade nicht in starren Mustern jede Partei einzeln behandeln, sondern die Schüler dazu bringen, die unterschiedlichen Positionen der Parteien herauszuarbeiten“, erläutert Projektleiter Karsten Biermann. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Bundesfamilienministeriums und über Beiträge der Teilnehmer.

Im Vorfeld hatten die Jugendlichen auf Plakaten Erwartungen, Befürchtungen und auch andere Ideen zu dem Seminar niedergeschrieben. Unter den Befürchtungen waren auch Begriffe wie „Beeinflussung“ oder „vorgefertigte Meinungsbildung“ zu finden. Schülerin Ann-Kathrin Clausen betonte, dass sich keine dieser Befürchtungen bewahrheiteten. „Natürlich hat man zu Beginn eine Vorstellung, wie ein solches Seminar abläuft und ich habe mich auch darauf gefreut, aber dennoch war ich sehr positiv von dem Engagement und der Vielfältigkeit beeindruckt.“ Sie habe sich schon vorher entschieden, dass sie unbedingt zur Wahl gehen wolle, dennoch habe sie das Seminar noch einmal mehr überzeugt. „So weit ist die Politik gar nicht weg. Wir haben als Wähler einen großen Einfluss – und diesen müssen wir nutzen.“

So sah es auch Jan Büchsenschütz, der bezüglich seiner Wahlentscheidung noch unschlüssig war. In Anspielung auf die spielerische Internet-Wahlhilfe der Bundeszentrale für politische Bildung meinter er: „Das Seminar hat mir wirklich die Augen geöffnet. Das ist wesentlich informativer als jeder Wahl-O-Mat.“

Höhepunkt war für die beiden die Werkstatt „Rhetorik“, die unter anderem Beispiele aus den TV-Duellen aufgriff und rhetorische Mittel der Politiker entlarvte. Ann-Kathrin Clausen: „ Es ist Wahnsinn, dass man jemanden überzeugen kann, man hätte wirklich Ahnung und wäre kompetent, ohne etwas Sinnvolles zu sagen.“

Am Donnerstagabend trafen die Schüler mit Politikern von sieben Parteien zusammen – was ganz nach dem Prinzip des „Speed-Dating“ vonstattenging. In Gruppen rotierten die Jugendlichen zwischen den Politikern. Jan Büchsenschütz war sich im Vorfeld sicher, dass der Abend sehr interessant werden würde – und wurde nicht enttäuscht. „Ich habe von Beginn an meine Fragen gesammelt und werde nicht zögern, sie auch zu stellen.“ Auf die Frage hin, ob die beiden nun wählen gehen wollten, antworteten sie einhellig mit einem Ja. Was sie wählen wollen und ob das Seminar ihre Entscheidung noch einmal beeinflusst hat, bleibt jedoch ihr Geheimnis.

 

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erstellt am 07.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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