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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Kropp : Das 100. Fahrrad wird verschenkt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ehrenamtliche Helfer arbeiten Zweiräder für Flüchtlinge auf. Auch ein Fahrtraining gehört auch zum Angebot.

Die Überraschung für den zehnjährigen Sajad Nabizadeh ist geglückt: Gemeinsam mit seinem Vater Ali Nabizadeh und Cousine Anjana Amini traf Sajad nichts ahnend auf dem Hof des ehemaligen Feierabendhauses in Kropp ein. Dort warteten schon Werner Gantschow und Günther Gruner vor ihrer Werkstatt auf den Jungen. Die beiden Senioren haben seit Aufnahme ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit schon eine Vielzahl an Fahrrädern „auf Vordermann und an den Mann gebracht“. Das 100. Fahrrad allerdings – ein BMX-Rad mit allem Drum und Dran – haben die beiden nagelneu aus eigener Tasche gekauft und nun dem Zehnjährigen mitsamt einer Schenkungsurkunde überlassen.

Das frühere Seniorenwohnheim wurde von der Gemeinde Kropp als Flüchtlingsunterkunft angemietet und beherbergt seit vergangenem November auch die Fahrradwerkstatt der zwei Pensionäre. „Im Juli 2015 fing ich an, in meiner Garage gebrauchte und gespendete Fahrräder herzurichten und zusammen mit Uwe Buchholz, der als Flüchtlingslotse tätig ist, an unsere neuen Mitbürger auszugeben“, erläutert Werner Gantschow, pensionierter Schulleiter. Die Resonanz war von Anfang an groß, und als im September gleich zehn Räder auf einmal vom Bauhof gebracht wurden, fand Gantschow (74) in dem 63-jährigen pensionierten Bundeswehrsoldaten Günther Gruner einen ebenso begeisterten Mitstreiter. Im November dann bezogen die beiden Fahrradmonteure die Garage am Feierabendhaus und richteten sie als Werkstatt ein. „Wir bereiten hier – mit eigenem Werkzeug – die gespendeten Fahrräder auf, machen sie verkehrstüchtig und verkehrssicher, bevor wir sie an unsere Flüchtlinge ausgeben“, betont Günther Gruner. Die Fahrräder werden den Asylsuchenden gegen eine Leihgebühr von 15 Euro plus fünf Euro für das Schloss ausgeliehen und bleiben somit Eigentum der Gemeinde Kropp. Zur Übergabe gehört jedes Mal eine gründliche Einweisung und Fahrschulung, denn für viele Flüchtlinge ist dies der erste Kontakt mit einem Fahrrad. „Einen besonderen Dank möchten wir der Fahrradwelt von Ralf Hillgruber und der Filiale von ‚Schauen und Kaufen‘ aussprechen; sie unterstützen unsere Arbeit durch einen verbilligten Einkauf der Ersatzeile“, fügt Gantschow hinzu und macht sich auf die Suche nach einem Fahrradhelm für Sajad.

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