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Kulturdenkmal : Dannewerk kämpft fürs Danewerk

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Den Dannewerke Gemeindevertretern gefällt nicht, dass der Kreis Schleswig-Flensburg über ihre Köpfe hinweg über die Zukunft des Danewerks entschieden hat.

„Wir wurden überhaupt nicht informiert und haben keinerlei Kenntnis davon gehabt. Der Bericht hat viel Unruhe und Unmut gebracht. Damit ist viel Porzellan zertrümmert worden.“ Dannewerks Bürgermeisterin Anke Gosch ist immer noch erbost darüber, dass sie aus der Zeitung erfahren musste, dass der Kreis und der Sydslesvigsk Forening über die Zukunft des Danewerk verhandelt haben. Keinesfalls wolle sie die deutsch-dänische Beziehung gefährden, sagte die Bürgermeisterin in der Gemeindevertretung. „Das Verhältnis ist supergut und das soll auch so bleiben.“ Anke Gosch kritisierte jedoch, dass der Kreis offenbar leichtfertig mit dem Kulturdenkmal umgehe, um allein Kosten für Unterhalt und Sanierung einzusparen. „Dieses Denkmal ist auch Schleswig-Holsteinische Geschichte, nicht nur dänische. Dass man dem so wenig Beachtung schenkt, das stimmt mich traurig“, sagte sie.

Für den Kreis, der Eigentümer der sanierungsbedürftigen Festungsanlage, das Kulturdenkmal Danewerk mit Waldemarsmauer, Thyraburg und Schanze XIV ist, stellt dessen Erhaltung einen erheblichen Kostenfaktor dar. In der Hoffnung, einen Teil der Kosten einsparen zu können, entstand die Idee, knapp 1,5 Kilometer Danewerk von Thyraburg bis Schanze dem Sydslesvigsk Forening, der kulturellen Organisation der dänischen Minderheit , zu übereignen. Dass das Kulturdenkmal für die Zukunft erhalten und zügig saniert werden muss, darin sind sich alle Vertreter einig.

Museumsleiter Nis Hardt ist täglich damit beschäftigt, das deutsch-dänische Kulturdenkmal für die Besucher erlebbar zu machen. Er sieht die Gespräche zum Erhalt des Kulturerbes Danewerk als Chance für die Zukunft. „Traurig, wenn wir jetzt als „die Dänen“ und nicht als vertrauenswürdige Partner dastehen. Wir sind nicht die anderen. Wir sind ein wichtiger Kulturträger, der Bestand hat.“ Das Denkmal müsse gehörig gepflegt werden und jemand müsse sich dafür verantwortlich fühlen. „Wenn etwa die Waldemarsmauer am Ende dichtgeschüttet werden muss, um sie zu erhalten, dann kommen keine Touristen mehr“, so Hardt.

Grundsätzlich waren sich auch die Gemeindevertreter einig: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere öffentliche Hand das allein zurecht bekommt. Die Idee ist eine Chance“, sagte Gerhard Schulz, Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Das Denkmal ist doch unsere ureigenste Geschichte“, erinnerte Klaus Gosch (SPD), „da muss sich doch Kiel einschalten“. SSW-Vertreter Jörg Gustafson mahnte Besonnenheit an: „Unsere Freundschaft und Wertschätzung wollen wir uns nicht von außen kaputt machen lassen. Lasst uns bloß nicht wieder damit anfangen, wir wollen diese alte Zeit nicht mehr.“ Gerd Schulz fasste zusammen: „Wir alle wollen das Denkmal erhalten.“ Eine Unterschriftenliste an die Kreisvertreter soll die Forderung nach mehr Information bekräftigen. Landrat Wolfgang Buschmann wird die Liste morgen entgegennehmen.

Weitere Entscheidungen in Kürze:
>Die Bauarbeiten am Kita-Anbau verlaufen planmäßig.
>Gemeinderatsmitglied Rolf Hübner wurde in der Projektgruppe „Kommunale Zusammenarbeit“ gewählt.
>Die Sanierungsarbeiten am Krummacker/Rosenstraße wurden auf den Weg gebracht.
>Die Asphaltierung des Weges Kograben wurde beauftragt.
>Die Oberflächenentwässerung in der Margarethenwallstraße soll verbessert werden.
>Das traditionelle Kinderfest findet am Sonnabend, 9. Juli, ab 14 Uhr am Gemeindezentrum statt.

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