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Schleswiger Nachrichten

27. Juni 2016 | 13:23 Uhr

Domschule : CDU gegen Aufnahme-Stopp

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ratsfraktion springt den Eltern abgelehnter Kinder zur Seite – freie Raumkapazitäten der Lornsenschule könnten genutzt werden.

142 angehende Fünftklässler wurden von ihren Eltern in diesem Frühjahr an der Domschule angemeldet, damit sie dort den neunjährigen Weg zum Abitur einschlagen. Aber nur 116 von ihnen darf das Gymnasium tatsächlich aufnehmen, weil es von der Stadt als Schulträgerin diese Begrenzung vorgeschrieben bekommt (wir berichteten). Dagegen will jetzt die Schleswiger CDU-Fraktion vorgehen. Vorsitzender Holger Ley kündigte gestern einen Antrag für die nächste Schulausschusssitzung an – mit dem Ziel, die geltende Kontingentierung aufzuheben. „Wir wollen erreichen, dass diese grundsätzliche Regelung für die Schulen künftig flexibel gehandhabt wird“, betont Ley. Die CDU bittet in ihrem Antrag Stadt und Land, dass sie allen Schülern den Besuch in der Schule ihrer Wahl ermöglichen wird. Zumal viele Eltern der betroffenen 26 Kinder die Absage ohnehin nicht einfach hinnehmen wollen: Bereits 14 von ihnen haben Widerspruch eingelegt. Auch im Vorjahr hatten zunächst abgewiesene Schüler nach Rücksprache mit dem Ministerium schließlich doch noch an der Domschule eingeschult werden können.

Die CDU-Fraktion würde aber gern allen Schülern den Besuch an der von ihnen gewünschten Schule ermöglichen, heißt es in ihrem Antrag, der gestern ans Rathaus geschickt wurde. Natürlich, meint Ley, erlauben die Raumkapazitäten an der Domschule lediglich eine Vierzügigkeit. Jedoch, so die Rechnung der CDU, stünden bald zusätzliche Klassenräume zur Verfügung wegen der Doppeljahrgänge, die in diesem Jahr Abitur machen. „Damit verlassen sieben Klassen des 13. Jahrgangs die Domschule und neun Klassen die Lornsenschule. Unterm Strich müssten an der Domschule also für ein Jahr drei Klassenräume leer stehen“, erklärt er. Darüberhinaus sieht er ganz in der Nähe weitere freie Raumkapazitäten – und zwar an der Lornsenschule. Ley: „Die Anmeldezahlen gehen hier seit Jahren deutlich zurück, und so ist fraglich, ob die Lornsenschule überhaupt noch auf ihre Dependance in der Lutherstraße, wo ihre Orientierungsstufen untergebracht sind, angewiesen ist.“ Das wäre nach Meinung der CDU vom Schulamt zu prüfen. Denn entgegen der öffentlichen Darstellung der Lornsenschulleitung habe es jetzt nur 82 Anmeldungen gegeben – und nicht 102. In dieser Zahl nämlich seien bereits die Überläufer mit aufgelistet worden, die zuvor an der Domschule nicht angenommen werden konnten, erläutert Ley.

Die CDU kann sich, wie sie im Antrag formuliert, durchaus vorstellen, die Außenstelle der Lornsenschule auch der Domschule zuzuschlagen – wenn nämlich langfristig die Schülerbewegungen aufzeigen, dass es eher in Richtung G9-Gymnasium an der Domschule geht als hin zum achtjährigen Abiturweg an der Lornsenschule. Ley: „Sollte eine Sondersitzung des Schulausschusses nötig sein, um all diese Fragen zu klären, dann werden wir diese beantragen.“

Domschul-Direktor Georg Reußner reagierte gestern auf SN-Nachfrage zurückhaltend zur Ausweitung seines Gymnasiums: „Das muss im Schulamt geklärt werden.“

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erstellt am 17.Mär.2016 | 12:25 Uhr

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