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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 13:42 Uhr

Schloss Gottorf : Bund gibt 15,6 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Masterplan“ für das Schloss kann früher als geplant umgesetzt werden.

Ein schöneres Geschenk hätte sich Claus von Carnap-Bornheim zu seinem 59. Geburtstag wohl kaum wünschen können: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat gestern 15,6 Millionen Euro für die Erweiterung und Modernisierung von Schloss Gottorf bewilligt. Damit steht die Finanzierung des 31,2-Millionen-Projekts, und so können der Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und seine Mitarbeiter den „Masterplan 2025“ früher als gedacht umsetzen. Ursprünglich war man davon ausgegangen, 2020 starten zu können, nun ist als Baubeginn für den Anbau an den Ostflügel das Jahr 2018 vorgesehen. Carnap-Bornheim: „Das ist für uns ein besonderer Moment. Er ist möglich geworden, weil Frau Spoorendonk die Tür aufgemacht hat.“

Die Kieler Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) hatte die beiden schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Norbert Brackmann (CDU) für das Projekt begeistern können. Die beiden Mitglieder des Haushaltsausschusses hatten sich im Sommer auf Schloss Gottorf über das Vorhaben informiert. Nun setzten sie durch, dass die 15,6 Millionen Euro im Bundesetat 2017 bereitgestellt werden. „Der Bund hilft dabei mit, dass wir unsere Landesmuseen in Schleswig moderner sowie barrierefreier und damit attraktiver für die Besucherinnen und Besucher gestalten können“, freute sich Spoorendonk. Das Land steuert ebenfalls 15,6 Millionen Euro bei. Diese Förderung hatte die Landesregierung bereits vor einigen Monaten in Aussicht gestellt.

Die Ostholsteinerin Hagedorn und der Lauenburger Brackmann bezeichneten den gestrigen Beschluss in Berlin als „Paukenschlag für die Kulturlandschaft im Norden“. Ziel sei es, „Schloss Gottorf national und international sichtbarer und attraktiver zu machen“. Denn das Schloss, das das Archäologische Landesmuseum und das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte beherbergt, sei „ein zentraler Ort der europäischen und gerade auch der schleswig-holsteinischen Geschichte“.

Herzstück des „Masterplans 2025“ ist ein moderner Anbau an den Ostflügel des Schlosses, dort, wo sich jetzt ein Parkplatz befindet. Die 2500 Quadratmeter große Erweiterung aus viel Glas soll das neue Zentrum der Schlossinsel werden – mit Besuchereingang, Tagungsraum, Restaurant und überdachtem Innenhof. Das jetzige Hauptportal wird dann geschlossen. „Jetzt werden wir die Planungen konkretisieren“, erklärte Carnap-Bornheim. Dabei orientiere man sich an dem vom Architektenbüro Holzer/Kobler (Berlin, Zürich) konzipierten Entwurf (siehe Animation).

Der komplette Masterplan soll bis spätestens 2025 realisiert werden. Er sieht auch eine Neukonzeptionierung der Ausstellungen im Bestandsgebäude vor – mit weniger Exponaten als bisher, denn das Museum gilt als überfrachtet. Damit die Besucher künftig auf einem Rundgang durch das Schloss wandern können, werden auch Mauern eingerissen. Zum Masterplan zählt ferner eine Umgestaltung des Außenbereichs. So wird der Parkplatz vor der Hauptfassade weiter nach Osten verlegt – dichter ran an den künftigen Museumseingang. Spielplätze sollen die Schlossinsel für Familien attraktiver machen. Nicht zuletzt ist geplant, die historische Wallanlage wiederherzustellen.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 07:08 Uhr

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