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Schleswiger Nachrichten

20. Januar 2017 | 00:37 Uhr

Treia : Buckelpisten unter die Lupe genommen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Abgesackte Banketten und fehlende Rasengittersteine: Mitglieder des Bauausschusses von Treia inspizieren 60 Kilometer Straßen.

„Wir müssen uns auch die Fahrradwege ansehen“, erklärt Annegret Marsch, Vorsitzende des Wegeausschusses in Treia, „denn die schönsten Wege nützen nichts, wenn man sie nicht vernünftig befahren kann.“ Im Büschweg zum Beispiel kann eine Fahrradtour schon mal etwas holperig werden, Schlaglöcher und ausgespülte Stellen haben die Oberfläche im Laufe der Zeit zu einer Buckelpiste werden lassen. Zwar werden diese Stellen regelmäßig aufgefüllt, eine langfristige Lösung sind diese Maßnahmen jedoch nicht. „Der Büschweg müsste dringend abgefräst werden“, sagt Marsch. Ein Angebot liegt bereits vor und ist mit einem Euro pro laufendem Meter erschwinglich. Auf einer Länge von einem Kilometer wird der zwischen Maisfeldern liegende Weg nun wieder instand gesetzt – aber erst nach der Maisernte.

Einmal im Jahr macht sich Annegret Marsch gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern auf den Weg durch die ganze Gemeinde – so auch jetzt. Straßen und Wege, die in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde fallen, werden genau begutachtet. „Wir sehen uns abgeschlossene Arbeiten wie das neue Brückengeländer im Moorweg an oder gucken uns Missstände an, auf die uns Bürger aufmerksam gemacht haben“, sagt Marsch.

Gemeinsam fahren die Mitglieder in einem Kleinbus durch die Gemeinde. So haben sie gleich im Wagen die Möglichkeit, die Sachlage zu besprechen. Am Steuer sitzt Andreas Hansen, Ausschussmitglied und Gemeindearbeiter. Einige Punkte auf der langen Liste, die auf dem Schoß von Annegret Marsch liegt, hat er beigesteuert. Durch seine Arbeit, zu der auch die Reinigung und Instandsetzung der rund 60 Kilometer Straßen und Wege zählt, kennt er die Schwachstellen und weiß, wo Handlungsbedarf vorliegt – zum Beispiel in der Goosholzer Straße: Die Bankette ist deutlich unter das Straßenniveau abgesackt und stellt so besonders für Fußgänger und Fahrradfahrer eine Gefahr dar. Durch das tiefliegende Niveau sammelt sich Regenwasser auf der Bankette und spült sie noch weiter aus. Auch der Schwerlastverkehr, der tagtäglich über sie hinwegrollt, hat seines dazu beigetragen. Vor Ort werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, unter anderem die Möglichkeit, die Steine der Bankette aufzunehmen, das Niveau auf Straßenhöhe anzuheben, um die Steine anschließend in Beton zu legen. Welche Lösung für diese Straße die beste ist, soll nun die Nachfrage bei der Straßenmeisterei klären.

Das Reinigen der Teeroberflächen der Wege von Wildkräutern gehört zu den aufwendigsten Aufgaben der Gemeindearbeiter. Um sie zu erleichtern, ist man nun auf der Suche nach einem geeigneten Gerät. „Wir haben uns eine handgeführte Wildkrautbürste vorführen lassen“, erklärt Andreas Hansen, „das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, aber der Aufwand ist recht hoch.“ Auf der Suche nach einer Alternative stieß der Wegeausschuss auf ein Frontgerät für den Gemeindeschlepper – auch er soll nun vorgeführt werden. Die Mitglieder des Wegeausschusses können sich sehr gut vorstellen, dass sie bei einer positiven Beurteilung des Gerätes durch die Gemeindearbeiter gegenüber dem Gemeinderat eine Beschlussempfehlung für die Anschaffung aussprechen werden.

In der Geilwanger Straßen sind Büsche über den Radweg gewachsen. Die Straße gehört in den Zuständigkeitsbereich des Kreises. „Aber wir möchten, dass man hier vernünftig Fahrrad fahren kann, und deshalb werden wir den Kreis darauf aufmerksam machen“, entscheidet der Ausschuss. Die Einhaltung des Lichtraumprofils im Kerlöher Weg ist dagegen kein Problem. Der starke Bewuchs wird beim nächsten Schnitt einfach höher weggeschnitten.

Eine größere Baumaßnahme ist im Iplander Weg zu erwarten. Durch Erosion und die abschüssige Lage, wird dort im Bereich der Bankette viel Material weggespült, das stetig aufgefüllt werden muss. Abhilfe sollen Rasengittersteine schaffen, eventuell soll auch noch eine Regenrinne eingebaut werden, um die weitere Abtragung zu verhindern.

Rund 45  000 Euro bringt der Wegeausschuss in diesem Jahr für Grundinstandsetzung und Investitionen in den Haushalt der Gemeinde Treia ein, davon sind allein 5000 Euro für den Winterdienst veranlagt. „Das ist eine ganz schöne Summe“, weiß Annegret Marsch, „aber wir halten unsere Wege in Schuss – und darauf sind wir auch stolz.“



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