zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

26. Mai 2016 | 06:40 Uhr

Brennbare Flüssigkeit am Fenster : Brandanschlag auf Flüchtlingswohnung in Schleswig

vom

Unbekannte Täter bringen eine brennbare Flüssigkeit auf das Wohnzimmerfenster auf und zünden sie an. Niemand wird verletzt.

Schleswig | Am späten Donnerstagabend haben bislang unbekannte Täter einen Brandanschlag auf eine Wohnung in der Schleswiger Bahnhofstraße verübt. In der Wohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses ist eine syrische Flüchtlingfamilie untergebracht. Das teilte die Polizei am Freitagvormittag mit. Verletzt wurde niemand, an dem Fenster entstand ein geringer Schaden.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise haben Anschläge auf Flüchtlingsheime zugenommen. In Schleswig-Holstein gibt es bislang nur vereinzelte Fälle. In Flensburg wurde zuletzt Ende Februar ein Anschlag auf ein Flüchtlingsheim verübt. Dabei schüttetenden Unbekannte eine Chemikalie in den Duschraum einer Unterkunft am Dammhof.

Gegen 22.40 Uhr hatten die Täter von außen eine brennbare Flüssigkeit auf die Fensterscheibe des Wohnzimmers aufgebracht und dann angezündet. Die Bewohner bemerkten die Flammen umgehend und konnten diese mit einer Decke selbst löschen. Wie viele der laut Polizei neun Familienmitglieder während des Anschlags in der Wohnung waren, konnte eine Sprecherin zunächst nicht sagen. Die Familie sei gerade beim Essen gewesen. Wegen der Aufregung in der Wohnung sei ein Kleinkind gestürzt und habe sich leichte Schürfwunden zugezogen. Der Staatsschutz ermittelt. Zeugenvernehmungen sind mit Hilfe von Dolmetschern angelaufen.

Die zwei mutmaßlichen Brandstifter flüchteten über den Hornbrunnen vermutlich in Richtung Friedrichstraße. Bei den zwei Tätern habe es sich nach Zeugenaussagen um jüngere Männer gehandelt, etwa 1,70 Meter groß. Einer soll einen Bart getragen haben. Bekleidet waren die beiden Personen mit einer dunklen/schwarzen Jacke, bzw. einem grünen Kapuzenpullover.

Das Landeskriminalamt prüft derzeit, ob die brennbare Flüssigkeit in der aufgebrachten Menge geeignet war, um das Gebäude in Brand zu setzen. Dies sei für die strafrechtliche Bewertung des Falles von großer Bedeutung, teilte die Polizei mit.

Die Ermittlungen werden durch das Kommissariat 5 (Staatsschutz) der Bezirkskriminalinspektion Flensburg in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Schleswig geführt. Die Kriminalpolizei erbittet Hinweise zum Sachverhalt unter der Rufnummer 0461/4840 oder 04621/840.

Da es in der letzten Zeit am Haus bereits zu Belästigungen der Bewohner durch Jugendliche gekommen war, bittet die Kriminalpolizei auch diesbezüglich um Hinweise. Jugendliche sollen bereits mehrfach gegen Fenster geschlagen, gepöbelt und auch einen Böller in die Wohnung geworfen haben, wie eine Polizeisprecherin sagte. Seit wann die syrische Familie in Schleswig lebt, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auf den Klingelschildern an dem Gebäude stehen laut Polizei auch deutsche Namen.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

 
zur Startseite

von
erstellt am 04.Mär.2016 | 10:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert