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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 23:02 Uhr

Schleswig : Baltic Open Air verlässt die Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Rock-Festival Baltic Open Air zieht im kommenden Jahr auf Flächen außerhalb der Stadt. Dann gibt es ein Wiedersehen mit der umstrittenen Band „Frei.Wild“.

Noch bevor die ersten Bands auf den großen Bühnen am Freitagnachmittag so richtig loslegten, ließ Daniel Spinler eine kleine Bombe platzen. Denn, so erklärte der Veranstalter des Baltic Open Air: „Es ist das letzte Mal, dass wir hier auf der Freiheit sind.“ Ab dem nächsten Jahr wird das Rock-Festival, das sich längst in der Fan-Szene weit über Schleswig-Holstein hinaus einen Ruf erarbeitet hat, nicht mehr auf Schleswiger Stadtgebiet stattfinden.

Statt am Schleiufer wird dann auf riesigen Koppeln gefeiert. Genauer gesagt auf Flächen, die zwischen Busdorf und Selk liegen, südlich der B  77 Richtung Königshügel. „Für uns heißt es dort ,Wikingerland Haddeby’“, erklärte Spinler, der zugleich schon mehrere hochkarätige Künstler und Bands für die Premiere auf dem neuen Gelände ankündigte. Unter anderem wird dann die Gruppe „Frei.Wild“ auf der Bühne stehen – ein Name, an den sich viele Schleswiger erinnern werden. Denn der Auftritt der Band aus Südtirol beim BOA 2016 war höchst umstritten. Schließlich wird „Frei.Wild“ Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut vorgeworfen. Allerdings hatte deren Frontmann Philip Burger dann in Schleswig von der Bühne aus mehrfach „Nazis raus“ gerufen – und auch damit die Wogen etwas geglättet.

Nun kommt die Band also zurück, obwohl in jüngster Zeit Trennungsgerüchte die Runde machen. Daniel Spinler aber versichert: „Sie machen nur eine Auszeit. Die Band hat fest zugesagt und kommt zum BOA 2017. Es wird ihr einziger Auftritt in Norddeutschland im nächsten Festival-Sommer.“ Neben „Frei.Wild“ ist mit Rockröhre Doro Pesch eine weitere große Nummer der Szene bereits sicher dabei, gleiches gilt für die Band „Megaherz“ sowie – etwas kurios – „Guildo Horn und die orthopädischen Strümpfe“. Weitere „richtige Kracher“ sollen folgen.

Platzgründe nennt Spinler derweil als Hauptgrund für den geplanten Umzug. „Wir sind hier an unsere Grenzen gestoßen. Statt 25 Hektar, die uns hier zur Verfügung stehen, sind es dort rund 70.“ Das sei wichtig, weil das Festival kontinuierlich wachse. „Und das soll auch so weitergehen.“ Für die neuen Flächen habe man für die kommenden Jahre bereits Pachtverträge mit mehreren Landwirten abgeschlossen, auch das Amt Haddeby habe grünes Licht gegeben. Dabei biete das Gelände gleich mehrere Vorteile im Gegensatz zur Freiheit, betonte Spinler weiter: Es liegt direkt an der Autobahn, die Koppeln haben einen geraden und festen Untergrund und zudem liegen sie allesamt direkt nebeneinander. Letzteres sei den Fans sehr wichtig, wie die Veranstalter am Donnerstag wieder hätten feststellen müssen. So habe es viele Beschwerden gegeben, weil die Campingflächen auf der Freiheit, also in direkter Nachbarschaft zu den Bühnen, nur Platz für 3000 Besucher und ihre Zelte und Wohnwagen bieten. Der Rest, also die Mehrheit, habe auf Flächen ausweichen müssen, die in der Nähe des Klärwerkes und damit etwas abseits des Geschehens liegen. „Inzwischen haben die Leute gemerkt, dass es auch dort Spaß macht. Die Stimmung ist super, egal wo“, betonte Spinler, der noch ein weiteres Argument gegen einen Verbleib auf der Freiheit anführt: „Irgendwann wird das hier ja doch einmal alles bebaut. Wir aber brauchen langfristig Planungssicherheit.“

Nun findet das siebte BOA (das erste wurde 2011 auf den Königswiesen gefeiert) also vom 24. bis 26. August 2017 in Busdorf und Selk statt. Karten dafür gibt es ab sofort über die Homepage www.baltic-open-air.de. Die ersten 2017 Fans, die zugreifen, zahlen 55 Euro und bekommen als Bonbon ein T-Shirt extra. Danach kosten die Karten 69,90 Euro. Das sind zehn Euro mehr als in diesem Jahr. „Wenn wir wachsen, wachsen auch die Kosten“, so Spinler.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 23:00 Uhr

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