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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 03:21 Uhr

„Schölers leest Platt“ : Ausdrucksstark und ohne Lampenfieber

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lucas Hübner und Marten Johann Reimer gewinnen Regionalentscheid in Schleswig.

Die Sieger des Regionalentscheids „Schölers leest Platt“ stehen fest: Lucas Hübner (10) aus Kappeln und Marten Johann Reimer (11) aus Groß Rheide qualifizierten sich gestern für den Landesentscheid, der am 8. Juni auf dem Gelände der Landesgartenschau in Eutin stattfindet. Gemeinsam mit Luca Marie Gebhardt aus Klappholz, Wencke Sophie Reimer aus Groß Rheide, Lars Reimers aus Bovenau-Steinwehr und Hanna Rotter aus Fahrdorf präsentierten der Viertklässler der Grundschule Karby und der Schüler der Klasse 5  c der Geestlandschule Kropp ihre Lesefertigkeit in plattdeutscher Sprache – und zwar auf der Theaterbühne der Schleswiger Speeldeel.

Ausdrucksstark und offensichtlich ohne Lampenfieber meisterten alle Schüler die Herausforderung, einen kurz zuvor ausgewählten Text vor Zuschauern und einer Jury vorzulesen. Als Schulsieger waren sie bereits alle in Übung, schließlich war dies für sie nun schon die dritte Runde im Wettbewerb, der landesweit ausgetragen wird. 60 Zuschauer lauschten gespannt und mucksmäuschenstill.

Die Jury mit Jann Rothenberg, Ute Renckhoff, Inge Brix, Ingo Oldsen und Marianne Ehlers hatte es am Ende nicht leicht, denn jeder Teilnehmer glänzte mit seinem Können. „Es war eine schwere Entscheidung, denn alle liegen dicht beieinander. Gewürfelt haben wir aber nicht“, sagte Jann Rothenberg. Am Ende erhielten alle Teilnehmer einen dicken Applaus und einen Preis, der von der Nospa-Stiftung überreicht wurde.

Überschattet wurde die Veranstaltung vom Tod des Vorlese-Wettbewerb-Koordinators Volker Schwarz, der ebenso Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied der „Speeldeel“ war. Er war zehn Tage zuvor verstorben. Der Ehrenvorsitzende Uwe Petersen sprang kurzerhand ein. Seit vielen Jahren begleitete Schwarz den landesweiten plattdeutschen Vorlese-Wettbewerb, der seit 37 Jahren besteht. Der Fahrdorfer setzte sich ehrenamtlich und über Jahrzehnte für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen Sprache ein – und das tat er mit viel Humor, Engagement und Herzblut. Unvergessen bleibt Volker Schwarz ebenso als Schauspieler des Ensembles. Sein Platz als Juror im Vorlese-Wettbewerb blieb nun leer. Ein Foto und eine Kerze erinnerten an ihn, der vielen Menschen Freude bereitete. Volker Schwarz wird am Freitag in Haddeby beigesetzt – an diesem Tag wäre er 70 Jahre alt geworden.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 07:19 Uhr

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