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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 00:23 Uhr

Helios in Schleswig : Ansturm auf den Klinik-Neubau

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

5000 neugierige Besucher strömten am Tag der offenen Tür in das Krankenhaus – die meisten gingen mit einem guten Eindruck nach Hause.

Strahlende Gesichter, neugierige Blicke und so manche Schweißperle auf der Stirn: Rund 5000 Besucher bevölkerten am Sonnabend beim Tag der offenen Tür die Flure des neuen Helios-Klinikums an der St. Jürgener Straße. „Weit mehr“, als Geschäftsführer John Friedrich Näthke erwartet hatte.

Mittendrin in dem 32  000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex wagte auch Kay Michelsen (48) einen Blick hinter die Kulissen. Durch die Erkrankung an Multipler Sklerose (MS) war der Lürschauer mit seiner Frau Kirsten (52) in den Neubau gekommen. „Wir müssen regelmäßig ins Krankenhaus und wollen die neuen Örtlichkeiten nun schon mal kennen lernen.“ Diese Gelegenheit boten mehr als 150 Mitarbeiter, die ihren künftigen Arbeitsplatz vorstellten und dazu verschiedene Angebote präsentierten: Vorträge von Ärzten, geöffnete Behandlungsräume – alles möglichst publikumsnah.

So herrschte beispielsweise reger Betrieb in der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA), in der sich Leon Holdorf (12) aus Kappeln seinen Arm eingipsen ließ: glatter Bruch beim Volleyball-Spiel. Das zumindest hatte er sich ausgedacht. Auch Letizia Glomb (8) grübelte bereits: „Wenn ich mir jetzt den linken Arm breche, muss ich Montag in der Schule nicht schreiben.“ Ganz so schlimm sollte es jedoch nicht kommen, blieb es doch bei einem Gedankenspiel und einer Gipsschale als Andenken an die Veranstaltung.

Während die Mitarbeiter am Vortag an einer Schnitzeljagd zur besseren Orientierung in dem Gebäude teilnahmen, wurden die vielen Besucher mit einem Lageplan ausgerüstet. „Ein wunderschöner Irrgarten“, waren sich Ilse Grove (72), Heidrun Neumann (74) und Erika Lux (73) aus Schleswig einig. Spaß hatten die drei Damen dennoch, gab es doch überall Mitarbeiter, die im Notfall den richtigen Weg aufzeigten. Nur an der Kreuzung am Mühlenredder fehle ein Hinweisschild, bemängelte Peter Wirries. „Man weiß gar nicht, dass das Krankenhaus hier ist“, meinte der Schleswiger mit Blick auf auswärtige Patienten. Pressesprecherin Inke Asmussen konnte ihn jedoch beruhigen: „Mit dem Umzug nächste Woche kommt ein Schild dorthin. Jetzt würde es die Patienten nur falsch leiten.“

Für viele Lacher sorgte indes „Schwester Heppa Titis“, die in rosa Leggings gekleidet und Spritzen im Haar unterwegs war. Auch die Klinikclowns „Ulla und Knolle“ sorgten für Spaß und leuchtende Kinderaugen. Und während manch einer die richtige Desinfektion seiner Hände übte, nutzte Jens Hansen (19) die Gelegenheit, selbst in einem der fünf Operationssäle am OP-Tisch zu stehen. „Die Räume kriegen wir ja sonst nie zu sehen“, sagte der Saustruper, während er mit Blick auf den Monitor Gummibärchen transportierte mit Hilfe der Instrumente der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie.

Auch Karin Lohse (33) ging handfest zur Sache. Unter Anleitung von Dr. Volker Stein, Chefarzt der Chirurgie, schraubte sie Oberschenkelknochen aus Kunststoff zusammen. Die Schleswigerin freute sich über das vielfältige Angebot, obwohl sie ursprünglich nur gekommen war, um sich die Entbindungsstation für die anstehende Geburt ihres zweiten Kindes anzusehen: „Sehr schick und hell“, lobte sie. Das sah auch Hebamme Bente Addixen (27) aus Groß Rheide so.

Begeisterung machte sich vielerorts breit, und der erste Eindruck war – mit Blick auf die moderne Ausstattung sowie die freundliche Atmosphäre – bei den meisten Besuchern positiv. Doch was kommt danach, wenn am 16. Juli der Betrieb richtig losgeht? John Friedrich Näthke formulierte es so: „Nach einem hoffentlich reibungslosen Umzug werden wir weiterhin gute Medizin machen. Die wird von unseren Mitarbeitern gemacht, nicht von den Häusern. Und das Beste nehmen wir aus dem alten Krankenhaus schließlich mit: Unsere Mitarbeiter.“



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