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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Wiking-Halbinsel Schleswig : Altöl im Boden: Jetzt wird es ernst

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kreis plant neue Untersuchungen im Erdreich auf der Wikinghalbinsel / Kostenfrage weiterhin ungeklärt.

Der Fall ist seit 1989 aktenkundig: Seither liegen in der Bodenschutzbehörde der Kreisverwaltung die Fakten auf dem Tisch: Der Uferstreifen auf der Nordseite der Wiking-Halbinsel ist mit Altöl verseucht. Und seither wird diskutiert, was man dagegen tun kann und wer das bezahlen soll.

Jetzt wird es offenbar endlich ernst: Die Eigentümer von mehreren Grundstücken im Bereich zwischen dem Wikingturm und dem Gottorfdammn haben in den letzten Tagen Post aus dem Kreishaus bekommen. Darin kündigt der Leiter der Bodenschutzbehörde, Jürgen Strube, an, dass eine Spezialfirma noch im September auf den Grundstücken Bodenproben entnehmen wird. Außerdem schreibt er: „Gleichzeitig möchte ich daran erinnern, dass ein Kontakt mit dem belasteten Boden möglichst vermieden werden sollte. Der Anbau von Obst oder Gemüse oder die Nutzung des oberflächennahen Grundwassers sowie das Baden im ufernahen Bereich sollten entsprechend unterbleiben.“

Die Ergebnisse der Untersuchungen will die Kreisverwaltung den betroffenen Grundstückseigentümern auf einer Informationsveranstaltung vorstellen. Danach wird der Kreis entscheiden, wie es weitergeht. Die kostengünstigste Variante wäre nach bisheriger Einschätzung der Bau einer Spundwand zur Schlei hin und eine Versiegelung des Bodens im ufernahen Bereich. Das könnte rund eine Million Euro kosten. Noch einmal derselbe Betrag würde in den folgenden Jahren für die Instandhaltung fällig werden.

Seit Jahren streiten der Kreis und die Stadt Schleswig darüber, wer die Kosten übernehmen soll. Der Kreis möchte die Stadt Schleswig in die Pflicht nehmen. Denn die Teerrückstände stammten überwiegend aus dem städtischen Gaswerk an der Spitze der Wiking-Halbinsel. In der privaten Teerpappenfabrik, deren Erben nicht mehr zu ermitteln sind, wurden sie lediglich weiterverarbeitet. Landrat Wolfgang Buschmann und Bürgermeister Arthur Christiansen hatten sich im Frühsommer auf einen Weg geeinigt, den seit Jahren schwelenden Streit endlich zu lösen: Demnach wird der Kreis Schleswig-Flensburg anordnen, dass die Stadt Schleswig für die Schadstoffsanierung aufkommen muss. Dagegen wird die Stadt dann vor dem Verwaltungsgericht vorgehen. Obwohl man sich also vor Gericht sehen wird, betonen beide Seiten, dass sie gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Mit dem Gerichtsurteil wolle man einfach Rechtssicherheit erlangen. Sollte der Kreis den Prozess gewinnen, dann zahlt die Stadt. Offen ist, was geschieht, wenn die Stadt gewinnt. Ob auch die betroffenen Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten werden, steht noch nicht fest.

Übrigens ist Bodenschützer Strube der Auffassung, dass sich die Altlasten nur im ufernahen Bereich befinden. Die Eigentümer der Grundstücke auf der anderen Seite der Callisenstraße sowie im Alten Garten bräuchten sich keine Sorgen zu machen.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 18:18 Uhr

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