zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Brarupmarkt : Albig muss Farbe bekennen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ministerpräsident Torsten Albig wird in Süderbrarup mit aktuellen Themen konfrontiert / Brarupherz geht an den Flüchtlingslotsen Torben Rolke.

An seinem 51. Geburtstag hatte Süderbrarups Amtsvorsteher Thomas Detlefsen zum Brarup-Frühschoppen eingeladen. Ehrengast war diesmal Ministerpräsident Torsten Albig.

Kreispräsident Ulrich Brüggemeier formulierte den Sinn dieser Veranstaltung so: „Hier haben alle Redner Gelegenheit, den anderen in ungezwungener Runde einmal die Meinung zu sagen.“ Er selbst genieße diese Treffen, da er das Gefühl nicht los würde, ganzjährig von „Verwaltungsmodernisierungsgauklern“, „Finanzausgleichsakrobaten“ und „Deregulierungszauberern“ umgeben zu sein. Hauptredner war der Ministerpräsident, dem Detlefsen mit Schulneubau, Lindaunis-Brücke und Flüchtlingen die Stichworte vor die Füße legte.

Zur Brücke bedauerte Albig, dass man es mit dem Partner Deutsche Bahn nicht leicht habe. „Doch die Bahn hat die Brücke bereits in den Fahrplan für 2019 eingebaut“, fügte er hinzu. Bei den Flüchtlingen weigerte er sich, diese als Problem zu betrachten. „Das ist eine Herausforderung, und wir haben sie gemeistert“, stellte er fest. Das Projekt des Bildungscampus von Süderbrarup nannte er hervorragend. „Ich wünsche mir, dass wir mehr Kommunalverständnis dieser Art hätten“, sagte er. Denn das Problem bestehe darin, Kultur und Bildung zu organisieren, ohne die Wurzeln zu verlieren. Und da Oppositionsführer Daniel Günther im Saal war, vermerkte er, dass er die Eröffnung der Schule im September 2017 – das ist nach den Landtagswahlen – fest in seinen Ministerpräsidentenkalender eingetragen habe.

In seiner Erwiderung meinte Günther, dass er als mögliches Landesoberhaupt dafür sorgen würde, dass Albig auch dann eine Einladung bekäme, wenn er nicht mehr Ministerpräsident wäre. Auch würde er im Blick auf bevorstehende Wahlen und daraus resultierenden Koalitionsverhandlungen berücksichtigen, dass am gestrigen Brarupmontag traditionell der Heiratsmarkt der Region gewesen sei.

Weitere kleine Blitze tauschte Amtsvorsteher Detlefsen mit Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen aus, indem er auf die Parallelveranstaltung „Wikingertage“ hinwies. „Ihr habt die Wikinger, aber die Besucherzahlen von Brarupmarkts kriegt ihr nie hin“, meinte er. Christiansen konterte, dass die Besucherzahlen nur so gut seien, weil nach dem Wochenende jetzt auch die Schleswiger zum Brarupmarkt gehen würden.
Stefan Lenz, der Leiter der Kappelner Werkstätten, brach als Vertreter einer kleinen Gemeinde eine Lanze für Fusionen und empfahl mehr Geld in Kinder zu investieren.

Das Brarupherz des Amtes und der damit verbundene Braruporden der Gemeinde Süderbrarup gingen in diesem Jahr an Torben Rolke. Der 44-jährige Rentner betreut eine syrische Flüchtlingsfamilie mit 46 Personen als Pate. Der Mohrkircher hatte mit der Betreuung von sechs Männern begonnen. Und durch die Familienzusammenführung war die betreute Gruppe immer größer geworden. Drei Babys gehören inzwischen auch dazu.

„Integration, Berufspraktika, Kindergärten, Schuluntersuchung: Er ist Experte auf jedem Gebiet“, verriet Familienzentrumsleiterin Annedore Rönnau.

Nach den offiziellen Programmpunkten wurde erstmals seit langer Zeit Brarupbeef im Amtshaus serviert. Danach begaben sich alle auf den Marktrundgang. Hier waren sich Ministerpräsident und Oppositionsführer einig: Riesenrad gerne, aber größere Beschleunigung wollte man gerne anderen überlassen.





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen