zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

25. März 2017 | 01:16 Uhr

Gewerbegebiet Schleswig-Schuby : Ahoi! Brachland bis zum Horizont

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

23 Gemeinden haben gemeinsam das interkommunale Gewerbegebiet Schleswig-Schuby gegründet - und warten sehnsüchtig auf Firmen, die sich dort ansieeln wolllen.

Nachdem die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, wurde es laut im Ständesaal des Schleswiger Rathauses. Drinnen tagte der Zweckverband des Interkommunalen Gewerbegebiets Schleswig-Schuby, zu dem der Bürgermeister der Stadt Schleswig und 22 seiner Umlandkollegen gehören. Gemeinsam haben sie eine Fläche von 280.000 Quadratmetern direkt an der Autobahnabfahrt Schuby zu einer Gewerbefläche gemacht, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringen soll.

Dass einige Bürgermeister laut wurden, hatte seinen Grund unter anderem in Ausführungen, die zuvor öffentlich gemacht worden waren. Da hatte der Schleswiger Kämmerer Udo Wessolowski nämlich den Haushalt des Zweckverbandes vorgestellt – und einige besonders interessante Punkte hervorgehoben. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Stadt und die Gemeinden ab sofort mehr Umlage bezahlen müssen. Statt bisher 200.000 Euro müssen ab sofort 280  000 Euro in die gemeinsame Kasse fließen, um die Kosten zu decken. Die jüngst beschlossene Mitgliedschaft in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises spielt dabei eine Rolle, das neue Marketing, aber auch die Unterhaltungskosten für das Gewerbegebiet. 17.800 Euro werden für dieses Jahr veranschlagt. Unter anderem für Winterdienst, obwohl es keinen Winter gab und Beleuchtung, obwohl sich noch niemand angesiedelt hat.

Das einzige Unternehmen, das bisher einen Kaufvertrag unterschrieben hat, ist „Harry-Brot“ aus Schenefeld, das seinen nördlichsten Logistikstützpunkt mit 24 Mitarbeitern von Tarp nach Schuby verlegen will. Es geht um 12.500 Quadratmeter für insgesamt 312.500 Euro. Die Unterschrift war im Juni 2016 erfolgt, der Baubeginn für Oktober geplant. Passiert aber ist bisher nichts mehr. Vor diesem Hintergrund wirken die im Haushalt eingeplanten Einnahmen von 810.000 Euro aus Grundstücksverkäufen sehr optimistisch. „Aber durchaus realistisch“, sagte Helge Lehmkuhl, der stellvertretende Schleswiger Bürgermeister, „es gibt eine ganze Reihe von Interessenten. Wir müssen Geduld haben.“ Das allerdings sei schwer zu vermitteln, so lange auf dem Gelände nichts sichtbar wird.

Der Geduldsfaden einiger Bürgermeister aber wird spürbar dünner. „Wir kämpfen zu Hause in den Gemeindevertretungen um jede Sandkiste – und hier verbrennen wir Geld“, sagte einer von ihnen. Die Bürgermeister haben die undankbare Aufgabe, sich in ihren Dörfern dafür rechtfertigen zu müssen, dass im Gewerbegebiet nichts Greifbares geschieht. So ist es kein Wunder, dass in der Runde neue Ideen aufkamen, die noch vor wenigen Monaten undenkbar schienen. Es kam in der Tat die Forderung auf, nicht zu streng auf die Kriterien für eine Ansiedlung zu beharren, die vom Land als Förderer vorgegeben wurden – und notfalls Geld zurückzuzahlen. Geschäftsführer Jan Steingräber gab sich zurückhaltend, wollte ein solches Vorgehen aber nicht ausschließen. „Man muss sich genau überlegen, ob sich das lohnt.“

Zunächst einmal versucht der Zweckverband weiter, sein Gebiet über das Internet bekannter zu machen. Es gibt eine eigene Homepage, ein Corporate Design, man ist bei Xing und bei Facebook vertreten, wie Bente Jury von der Wireg erläuterte. Der Erfolg allerdings ist überschaubar. Der Facebook-Auftritt hatte gestern Abend 18 Likes. Jury rief die 23 Bürgermeister und Vertreter dazu auf, den nach oben gestreckten Daumen selbst einmal anzuklicken, um die Seite bekannter zu machen.

 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 17:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen