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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 18:36 Uhr

Disko in Busdorf : Ärger im „Vineta“ - die Rache der Rausgeschmissenen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nachdem drei Männer die Busdorfer Disko verlassen mussten, demolierten sie den Porsche des Betreibers.

Zertrümmerte Scheiben, eingeschlagene Rückleuchten, zerkratzte Motorhaube, abgebrochener Seitenspiegel – der Porsche 911 Carrera von Helmut Kruse gibt ein bemitleidenswertes Bild ab. „Er war mein liebstes Stück, mein einziges Hobby“, klagt der Betreiber der Busdorfer Diskothek „Vineta“. Es war am vergangenen Wochenende, als der zehn Jahre alte Sportwagen zum Ziel einer heftigen Racheaktion wurde.

Der Reihe nach: Drei junge Männer, so berichtet der 63-jährige Kruse, gerieten in der Nacht zum Sonnabend bei der „All inclusive“-Party im „Vineta“ in Streit mit einem anderen Besucher. Daraufhin habe er dem Trio Hausverbot erteilt. „Ich lasse es nicht zu, dass in meiner Disco Leute bedroht werden“, sagt Kruse. Mit dem Rausschmiss wollten sich die Männer aber nicht einfach abfinden. Kruses Angaben zufolge gingen sie auf den Hinterhof des Gebäudes im Gewerbepark Wikingerland, wo der Porsche parkte. Dort griffen sie sich ein Teil eines Metallzauns und demolierten damit das 320-PS-Auto. Einer der Männer nahm sich demnach noch das auf dem Hof abgestellte Fahrrad des Discjockeys und warf es auf die Motorhaube des Porsches.

Doch die Täter hatten in ihrer Zerstörungswut noch nicht genug. Mit einer Spitzhacke bewaffnet zogen sie zurück zum Eingang der Disco und schlugen ein Loch in die zwischenzeitlich zugesperrte Tür. Als die alarmierte Polizei eintraf, hatten sich laut Kruse zwei der drei Männer bereits aus dem Staub gemacht. Der dritte habe den Beamten gegenüber erklärt, er habe beschwichtigend auf seine Freunde eingewirkt und den Disco-Betreiber lediglich beleidigt. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung den Einsatz, machte zum Sachverhalt aber keine näheren Angaben.

Kruse hat in seiner beruflichen Karriere viel erlebt, vor allem in den mehr als 20 Jahren als Barkeeper in der Rendsburger Disco „Cheyenne“, wo häufiger mal die Fäuste flogen und Knüppel geschwungen wurden. Auch damals sei es vorgekommen, dass sich Frustrierte anschließend an seinem Auto ausgelassen hätten. Aber dass man einen Porsche so zurichtet, das habe dann doch eine neue Qualität. Er könne sich vorstellen, dass die jungen Männer unter Drogeneinfluss standen und deshalb so ausrasteten. Angst um seine eigene Person habe er jedoch nicht gehabt, versichert Kruse.

Den Schaden schätzt der Disco-Betreiber auf 15  000 bis 20  000 Euro. Den Porsche zu reparieren, mache vermutlich wenig Sinn. „Man kann wohl von einem Totalschaden sprechen“, sagt er und geht davon aus, dass dieser zunächst von seiner eigenen Versicherung ersetzt werde. „Ich habe alles meinem Anwalt übergeben.“ Auf die Täter würden dann saftige Forderungen zukommen.

Eigentlich verliefen die Abende im „Vineta“ durchweg friedlich, so Kruse. „Es geht eigentlich immer ohne Schlägerei ab.“ Dafür sorgten er selbst und zwei Angestellte. Auch indem Störenfriede rausgeschmissen würden.

Wenn heute Abend im „Vineta“ die „Schlager-Nacht“ steigt, rechnet Kruse jedenfalls nicht mit einem ähnlichen Vorfall wie vor einer Woche. „So viele Idioten gibt es ja nicht.“

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erstellt am 23.Apr.2016 | 07:04 Uhr

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