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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 16:31 Uhr

Fachklinik in Schleswig : Abriss eines Betonriesen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das 1976 eingeweihte Haus 1 auf dem Gelände am Stadtfeld wird in den kommenden Wochen aus dem Stadtbild verschwinden.

Es sind die letzten Tage eines der markantesten und wahrscheinlich auch bekanntesten Hochhäuser der Stadt. Der graue Betonriese der Helios-Fachklinik am Stadtfeld wird nach und nach abgerissen. Die Arbeiten dazu haben bereits begonnen. Schon in wenigen Wochen soll von dem Koloss nichts mehr übrig sein. Stattdessen entstehen dort, im südlichen Bereich des Klinikgeländes, neue Parkplätze. Diese sollen künftig von den Mitarbeitern, die ab Juni in den Krankenhaus-Neubau an der St.-Jürgener Straße einziehen, genutzt werden.

Bis es so weit ist, haben die Mitarbeiter des beauftragten Abriss-Unternehmens noch einiges zu tun. Denn das stattliche Gebäude, das passend zu seinem Erscheinungsbild den schmucklosen Namen Haus 1 trägt, wird nicht etwa spektakulär gesprengt oder mit einer Eisenbirne dem Erdboden gleich gemacht. „So leicht ist das alles leider nicht. Das Haus wird stückweise abgeknabbert, damit sämtliche Bau- und Schadstoffe sauber getrennt werden“, erklärt Helios-Sprecherin Inke Asmussen. Unter anderem hätten etwa Asbest-Platten entfernt werden müssen. Dafür habe man zunächst die Außenfassade des Gebäudes abgetragen.

Entsprechend nackt steht das Hochhaus nun da. Grau, ohne Fenster und inmitten von ersten Schuttbergen. Bereits seit Jahren hatte es ausgedient und wurde, wie Asmussen erzählt, immer wieder von Randalierern oder auch Einbrechern heimgesucht. Unter anderem wurden Kupferleitung abgebaut und gestohlen, aber auch alte Waschbecken oder Gardinenstangen. Offiziell genutzt wurde der Bau nur noch für Feuerwehrübungen oder Filmaufnahmen. „Hier wurde der Landarzt oder auch Tatort gedreht. Die Filmemacher waren immer ganz begeistert von dieser typischen Krankenhausatmosphäre des Hauses mit seinen breiten Fluren.“

Diese waren viele Jahre von unzähligen Patienten, Ärzten und Pflegekräften bevölkert. 1976 wurde das Haus 1 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Rund 15,1 Millionen D-Mark kostete der Bau der Klinik, in der sieben Stationen – von der Neurologie bis hin zur Suchtmedizin – mit jeweils 30 Betten untergebracht waren. Zudem gab es hier Operationssäle, eine Röntgen-Abteilung, Physiotherapie-Räume, ein Labor und auch ein Bewegungsbad, das lange auch von einigen Schleswiger Vereinen für Schwimmkurse genutzt wurde. Nach dem Umzug der Fachklinik in ihren Neubau 2011 standen große Teile des alten Gebäudes leer. Zuletzt zog der Betriebsarzt aus, der dort noch seine Praxisräume hatte, ehe vor zwei Jahren schließlich auch das Schwimmbecken geschlossen wurde.

„Der Abriss des Hauses ist Teil der Vereinbarung mit dem Land in Bezug auf den Neubau der Fachklinik“, erklärt Inke Asmussen. Gleichzeitig verhandele man aktuell mit Kiel auch darüber, wie es auf dem Hesterberg weitergeht. Auch dort, im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, stehen in den kommenden Jahren einschneidende Veränderungen an. Unter anderem soll die markante Zentralklinik an der Friedrich-Ebert-Straße abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Wann es genau dort losgeht, steht bislang allerdings noch noch nicht fest.

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erstellt am 20.Apr.2016 | 07:34 Uhr

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