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Schleswiger Nachrichten

01. November 2014 | 04:56 Uhr

Haddeby/Schleswig : 50000 Besucher beim Wikinger-Fest

vom

Großer Erfolg für das 1. deutsche Rahseglertreffen "Kurs Haithabu" / Herausragende Attraktion: Die 30 Meter lange "Havhingsten" aus Roskilde

haddeby/schleswig | Der Wettergott ist ein Wikinger. Graue Wolken, Flaute und Regengüsse hatten das Wikingerschiff "Havhingsten" in Haddeby empfangen. Doch als am Samstagmorgen "Kurs Haithabu" startete und die Hauptattraktion des Festes sich ihren Besuchern präsentierte, da war von Westen Wind aufgekommen, der Himmel riss auf und die Sonne brach sich Bahn. In bester Ausflugslaune zählte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) an diesem Tag zu den ersten Besuchern des Wikingermuseums, der "kulturellen Top-Adresse in Norddeutschland", und eröffnete, zusammen mit Busdorfs Bürgermeister Ralf Feddersen, das Wikinger-Fest.

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Dabei war der Umstand, dass Albig auf einem Wikinger-Signalhorn, im Gegensatz zum geübten Wikinger-Darsteller Harm Paulsen, keinen authentischen Ton herausbrachte, eher ein gutes Omen. Denn das Fest rollte danach um so problemloser ab; selten sah man so entspannte Gesichter an den Gestaden der Schlei. Feddersen resümierte am Sonntagnachmittag: "Wir sind überaus zufrieden!" Mehr als 50 000 Besucher dürften das auch gewesen sein.

Eine wesentliche Rolle dabei spielten die vielen freiwilligen Helfer aus Busdorf, deren Engagement man nur über den Klee loben kann: Ohne sie wäre "Kurs Haithabu" nicht möglich gewesen. Wichtig allerdings auch die Dramaturgie von Ute Drews. Mit dem Markt auf dem Gelände vor dem Nordwall hatte sie sich einen neuen Mittelpunkt des Geschehens einfallen lassen. Die riesige alte Eiche dort war sozusagen der Nabel der Wikingerwelt, während Haddeby-Anleger und die Wikingerhäuser gleich weit entfernt lagen.

Das funktionierte gut; auch waren neue Händler dabei, die man bisher hier nicht gesehen hatte. Die Wikingerhäuser schienen dagegen etwas ins Hintertreffen zu geraten. Sie bedürfen sowieso der Komplettierung und Attraktivierung. Im Gegensatz zur Ankündigung konnten die Besucher mit etlichen Schiffen auf Noor und Schlei hinaus rudern oder segeln, was eifrig genutzt wurde. Allerdings waren die avisierten 20 Boote nur mit Mühe zu zählen; auch die zweite Kogge im Stadthafen, die aus Kiel kannten wir schon, fehlte.

Wie groß jedoch der Hunger nach authentisch Historischem ist, ließ sich am Sonntagvormittag auf der Freiheit ausmachen. Die Bötchen mit den braunen Rahsegeln waren per Westwind längst vorbeigerauscht oder ihre Besatzungen ruderten bereits mühsam zurück, da war die Wasserkante immer noch zugeparkt und übersät mit sommerlich-freundlich sich ergehenden Besuchern.

Vom Programm am Stadthafen konnte man das nicht gerade sagen. Hier interessierte vor allem die Fähre "Hein" mit ihrer bis zur Erschöpfung tapferen Besatzung: Lange Besucherschlangen warteten auf ein Übersetzen nach Haddeby. Das Nordufer des Wikinger-Festes darf und muss also künftig attraktiver werden.

Als fast alle Besucher wieder fort waren, saßen sie Seeleute der "Havhingsten" noch an Bord ihres schönen Schiffes. Sie tranken ein Bier und sprachen über das heutige Auslaufen. Dann zogen sie eine Persenning über ihr Schiff. Der "Seehengst" ging schlafen.

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von
erstellt am 17.Jul.2012 | 07:14 Uhr

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