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Schleswiger Nachrichten

27. Juni 2016 | 07:57 Uhr

Badeunfall in Selk : 47-Jährige tot aus dem Noor geborgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Trauriges Ende der Suche nach vermisster Frau in Selk. Polizei geht davon aus, das es ein Unglücksfall war.

Es war ein Badeausflug mit tragischem Ende: Gestern Nachmittag wurde im Selker Noor die Leiche der 47-jährigen Frau gefunden, die bereits seit Sonnabend vermisst wurde. Nach Angaben der Polizei liegen bisher keine Hinweise auf strafbare Handlungen vor. „Offenbar ist die Frau ertrunken“, sagte Pressesprecher Matthias Glamann. Damit ist schreckliche Gewissheit geworden, was die Hilfskräfte von Feuerwehren, Polizei, Technischem Hilfswerk und Johannitern schon seit zwei Tagen befürchten mussten. Die Angehörigen der Frau, die in Selk gewohnt haben soll und zwei Kinder hinterlässt, wurden von Beamten informiert. Ihnen wurde psychologische Hilfe zur Seite gestellt.

„Wir suchen so lange, bis wir die vermisste Person gefunden haben“, hatte Amtswehrführer Malte Simonsen noch am frühen Nachmittag gesagt. Auch gestern waren 50 Helfer im Einsatz: Am Westufer zog ein Polizeiboot seine Bahnen und scannte den schlammigen Boden Zentimeter für Zentimeter ab. An den Ufern waren Hunde der Polizei und der Rettungshundestaffel der Johanniter unterwegs. „Wir suchen die Nadel im Heuhaufen“, sagt Malte Simonsen. Bereits am Sonntagabend schienen die Retter etwas gefunden zu haben. Das mit einem hoch empfindlichen Sonar ausgestattete Polizeiboot zeigte Auffälligkeiten am Grund des Noors. Und auch ein Spürhund schlug an dieser Stelle an. Taucher der Eckernförder Feuerwehr entdeckten aber lediglich drei Betonblöcke. Gestern dann fand die Polizei nach stundenlanger Suche mit dieser Technik die Leiche der Ertrunkenen.

Die erfahrenen Retter hatten schon gestern kaum noch Hoffnung, die Vermisste lebend zu finden. Und da kamen böse Erinnerungen hoch: Der letzte Großeinsatz am Selker Noor war die Suche nach dem achtjährigen Dennis Rostel. Der Junge war im Juni 1995 aus dem nahe gelegenen Zeltlager verschleppt worden. Seine Leiche wurde später in Dänemark gefunden.

Schon nachdem bekannt wurde, dass die 47-Jährige verschwunden war, herrschte nach Auskunft von Bürgermeister Arne Reimer erhebliche Unruhe im Dorf und in der Umgebung. „Es ist schon tragisch für die Familie, dass die Sache ein solch schreckliches Ende finden musste“, sagte er gestern. Der einzige Trost sei, dass es jetzt Gewissheit über das Schicksal der Mutter gebe.

Die Badestelle am Selker Noor bezeichnete der Bürgermeister als nicht gefährlich. Es gehe flach ins Wasser, und auch die Strömung sei eigentlich kein Problem. Die vielen Badeunfälle an der Ostsee führt Reimer vor allem auf die Hitze zurück. Eine Bewachung des kleines Strandes ist für den Selker Bürgermeister auch trotz der aktuellen Tragödie kein Thema. „Das können wir gar nicht leisten“, sagte er. Dass die Badestelle bereits heute wieder für die Öffentlichkeit freigegeben wird, findet er richtig: „Vielleicht ist es ganz gut, dass so schnell wie möglich wieder Normalität einkehrt.“

 

 

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erstellt am 22.Jul.2014 | 07:00 Uhr

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