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Schleswiger Nachrichten

23. März 2017 | 21:10 Uhr

Schleswig : 110 neue Windkraft-Arbeitsplätze

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Windkraft-Konzern Senvion konzentriert seine Service-Mitarbeiter für ganz Deutschland in Schleswig. Der genaue Standort ist noch offen.

Journalisten aus ganz Deutschland meldeten sich gestern bei Immo von Fallois, dem Sprecher des Windenergie-Konzerns Senvion. Immer wieder musste er schlechte Nachrichten erläutern, nachdem die Unternehmensspitze bekanntgegeben hatte, massiv Stellen abzubauen. Insgesamt geht es um 730 Arbeitsplätze. Kein schöner Tag. Als dann die Schleswiger Nachrichten bei ihm anriefen, wurde von Fallois dennoch spürbar gut gelaunt. „Woher kommen Sie, aus Schleswig?“, fragte er und fügte sofort hinzu: „Es gibt einen großen Gewinner unserer Umstrukturierung, und das sind Sie!“

Bisher ist Senvion in Schleswig nur mit einer ganz kleinen Service-Station vertreten. An der St. Jürgener Straße, Am Kreisverkehr gleich neben dem Toom-Baumarkt, sind zehn Mitarbeiter beschäftigt. Von hier aus warten und reparieren sie Windkraftanlagen in der Region. In Zukunft sollen hier 120 Menschen arbeiten. Einige von ihnen dürften aus Husum an die Schlei wechseln. Denn während Schleswig der große Gewinner ist, ist Husum der Verlierer. Das Senvion-Werk mit seinen 223 Mitarbeitern wird geschlossen. Die Rede ist von 100 betriebsbedingten Kündigungen. Den übrigen Beschäftigten sollen Arbeitsstellen an anderen Senvion-Standorten angeboten werden – unter anderem in Schleswig. Hier will der Konzern, der früher unter dem Namen Repower bekannt war, seine Service-Abteilung für ganz Deutschland konzentrieren. Bisher gibt es bundesweit zehn kleine Service-Stationen. Mitarbeiter aus den Stationen im nordfriesischen Enge-Sande, auf Helgoland, in Ostrohe (Dithmarschen) und aus Lübeck sollen nun nach Schleswig wechseln. Aber auch zum Beispiel im brandenburgischen Eberswalde wird die Service-Station geschlossen.

Schleswig werde damit zu einem bedeutenden Standort im weltweit operierenden Senvion-Konzern, sagte von Fallois. Der Bereich „Maintainance“, also Wartung und Reparatur, werde in Zukunft innerhalb des Unternehmens eine größere Rolle spielen. Der Bau von neuen Rotoren wie im Husumer Werk würde demnach an Bedeutung verlieren.

Bei der Standort-Entscheidung hätten mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Neben der zentralen Lage zwischen Nord- und Ostsee war es auch die relative Nähe zu Hamburg, wo das offiziell in Luxemburg ansässige Unternehmen seine Hauptverwaltung hat. Zudem befindet sich das Entwicklungszentrum in Osterrönfeld bei Rendsburg. „Wir haben uns am Standort Schleswig immer sehr wohl gefühlt, und auch die Wirtschaftsförderung arbeitet gut“, sagte der Konzernsprecher.

Wo genau die 120 Service-Mitarbeier in Schleswig angesiedelt werden sollen, ist indes noch unklar. Bisher hat sich Senvion in St. Jürgen im Dienstleistungszentrum des Autohaus-Inhabers Christian Jordt eingemietet. „Wir werden in irgendeiner Form erweitern“, sagte von Fallois. Konkretes werde er aber erst in absehbarer Zeit bekanntgeben können.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 07:34 Uhr

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