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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Kappeln : Wundersame Rettung der VHS

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Politik signalisiert überraschend Bereitschaft, den Zuschuss um 15.000 Euro zu erhöhen. Räume könnten im früheren Förderzentrum genutzt werden.

Die Kappelner Volkshochschule (VHS) stand zwar nicht auf der offiziellen Tagesordnung, trotzdem nahm sie einen erheblichen Teil der jüngsten Hauptausschusssitzung in Anspruch. Anlass waren die aktuellen Ankündigungen des VHS-Vorstandes, die Arbeit und damit auch die Einrichtung zum Jahresende aufzugeben, weil sich zum einen seit Langem kein Ersatz für die jetzigen Ehrenamtler fand und zum anderen die finanziellen und räumlichen Voraussetzungen der VHS alles andere als ideal empfunden wurden. Zwar konnte der Hauptausschuss an diesem Abend noch keinen Beschluss fassen, die Tendenz war jedoch überdeutlich zu erkennen: Die VHS soll künftig statt der bislang geflossenen 5.000 Euro jährlich 20.000 Euro erhalten, außerdem die klare Option auf Räume in der früheren Förderschule. Da ist es also doch noch – das Wunder.

Volker Ramge (CDU), VHS-Vorstands- und Hauptausschussmitglied, fasste die Ausgangslage für die Kommunalpolitiker noch einmal zusammen und sprach von einem „Wendepunkt“, an dem sich die VHS befände. Die Möglichkeit, sich mit den vier kleinen Volkshochschulen in Nordschwansen zusammenzuschließen, habe man aus Qualitäts- und Quantitätsgründen bereits ausgeschlossen, bei einem Zusammenschluss mit der Schleswiger VHS sei nach wie vor Raum und Personal in Kappeln erforderlich – „da wäre dann so viel nicht gewonnen“, sagte Ramge. Der Landesverband der Volkshochschulen habe unter Berücksichtigung der Unterrichtsstunden der Kappelner VHS als Leitung eine mit A11 dotierte Stelle empfohlen, Kosten von rund 36.000 Euro. Ramge: „Wenn wir den Trägerverein beibehalten und eine eigene Kraft als Leitung einstellen, kämen wir mit deutlich geringeren Mitteln aus.“ Und wenn dann noch Räume in der Förderschule verfügbar wären, „könnte die VHS weiter existieren“.

Für die VHS machte Vorstandsmitglied Christina Kohla deutlich, dass eine jährliche Summe von mindestens 20.000 Euro erforderlich sei, um eine Leitung und eine Bürokraft zu finanzieren – „darunter geht es nicht“, sagte Kohla. Hinzu komme die seit Langem prekäre Raumsituation, die die VHS zwinge, an derzeit bis zu 15 Standorten zu unterrichten. Kohla: „Wir brauchen wirklich Räume, die wir verbindlich nutzen können und bei denen wir unabhängig von anderen sind.“ Volker Ramge erinnerte derweil daran, dass die VHS zwar keine Pflichtaufgabe der Stadt sei, aber eine sogenannte privilegierte Aufgabe, also öffentlich verantwortet, die die Stadt übernehmen darf, aber nicht muss. Eben das geht auch aus der Landesverfassung hervor. „Als wir die VHS vor fünf Jahren übernommen haben, war sie sehr notleidend“, sagte Ramge. Damals habe der Vorstand eine Aufgabe der Stadt übernommen. „Wir sehen uns daher jetzt nicht als Bittsteller“, fuhr er fort. „Sondern als jemanden, der der Stadt ihre eigene Aufgabe jetzt wieder anträgt.“

Corinna Graunke (CDU) zeigte sich spürbar angetan von der „finanziell günstigeren Lösung“, zumal ihr bewusst sei, dass der VHS die Arbeit bereits lange schwer gefallen sei. „Der Apparat steht, das Know-how ist da“, sagte Graunke. „Also sollte der bisherige Vorstand weitermachen können.“ Auch Matthias Mau (CDU) plädierte dafür, die Vereinsstruktur beizubehalten und nannte die Erwartungen der VHS „gut begründet“. Der Raumbedarf, der sich aus einem Büro und Unterrichtsräumen zusammensetzt, sei in der Förderschule gut abzubilden. Parallel dazu machte sich Mau für einen generellen Überblick der in der Stadt verfügbaren Raumkapazitäten stark, schloss dabei unter anderem die Klaus-Harms-Schule mit ein. „Das sollten wir wirklich mal prüfen, um dann im nächsten Schritt einen Zuschuss beschließen zu können“, sagte der Hauptausschussvorsitzende.

Eventuelle finanzielle Begehrlichkeiten anderer Vereine, die nach einem zwar noch ausstehenden, aber doch sehr wahrscheinlichen 20.000-Euro-Zuschuss für die VHS entstehen könnten, hielt Volker Ramge indes für abwegig. „Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine Zuschuss-Entscheidung für einen Verein andere auf den Plan ruft“, sagte er. Zumal bei der VHS ein öffentliches Interesse dahinterstehe, das diesen Anspruch begründe und das anderen Vereinen fehle. Und zum Schluss war es Rainer Moll (SPD), der die VHS mit wohlwollenden Worten entließ. „Sie sollten mit dem guten Gefühl nach Hause gehen“, sagte er, „dass wir uns am Ende positiv äußern werden“.

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erstellt am 25.Sep.2016 | 14:32 Uhr

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