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Schlei-Bote

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Kappeln : Wirtschaft ärgert sich über Straßensperre

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Wassermühlenstraße ist ab Montag wegen Asphaltierungsarbeiten nur begrenzt zu befahren. Geschäftsleute klagen über fehlende Information.

Lars Meyborg spart nicht mit Sarkasmus. „Vielen Dank für die Veröffentlichung, sonst hätten wir davon überhaupt nicht erfahren“, sagt er und meint die ab Montag geltende Sperrung der Wassermühlenstraße vom Ende des Großparkplatzes bis hinter den Kreuzungsbereich Scheunenfeld/Gartenstraße, die diese Zeitung in der Ausgabe vom vergangenen Donnerstag basierend auf einer eMail aus der städtischen Bauverwaltung angekündigt hatte. „Uns hat keiner informiert“, sagt Meyborg und spricht als Vorstandsmitglied des Wirtschaftskreises Pro Kappeln (WPK) stellvertretend für den WPK. Und aus diesem Umstand leitet er zwei Fragestellungen ab. Zum einen: „Ist es wirklich erforderlich, in der frequenzstärksten Zeit Kappelns wichtigstes Eingangstor zu schließen?“ Zum anderen: „Weshalb hat man uns als Wirtschaft nicht in die Entscheidung einbezogen, sie uns gegenüber noch nicht einmal kommuniziert?“

Zum Hintergrund: Die Wassermühlenstraße soll ab Montag asphaltiert werden, angesetzt sind dafür drei Tage. Die Folgen: Der Parkplatz Scheunenfeld steht nicht zur Verfügung, befahren werden kann die Wassermühlenstraße von der B  199 aus nur bis zum Penny-Markt, von der anderen Seite nur bis zum Ende des Parkplatzes am Rathaus. Die Zufahrt in die Stadt soll über die Flensburger Straße erfolgen, außerdem wird die Einbahnstraßenregelung des Dehnthofs für die Zeit der Sperrung aufgehoben. Gestern nun teilte die Verwaltung mit, dass für den Zeitraum der Baumaßnahme zwei Ausweichparkplätze zur Verfügung stehen: zum einen der alte B-Platz gegenüber Ford Hansen, zum anderen der Parkplatz hinter dem Rathaus (dort allerdings nicht auf den reservierten Plätzen).

Gemeinsam mit Helga Thurau, ebenfalls im WPK-Vorstand und wie Meyborg auch Mitglied des Arbeitskreises Innenstadt, versuchte Meyborg noch am Donnerstagvormittag dem Rathaus die „Dringlichkeit“ der Angelegenheit zu verdeutlichen. „Denn als Interessensvertreter erwarte ich schon, dass mit mir gesprochen wird“, sagt Meyborg. Das habe schließlich Bürgermeister Heiko Traulsen getan, den Meyborg im Urlaub erreicht hat. Auch bei dieser Zeitung meldete sich Traulsen gestern. „Wir sind uns der Probleme, die die Sperrung für den Verkehrsfluss bedeuten, bewusst und bedauern die Unannehmlichkeiten“, sagte er. Aber: Die Baufirmen würden nur ein bestimmtes Zeitfenster anbieten, in dem sie die Arbeiten erledigen. Und: Nur weil die Asphaltierung der Wassermühlenstraße an weitere Arbeiten in Sandbek gekoppelt sei, blieben die Kosten insgesamt im Rahmen.

Helga Thurau bringt derweil die Sicht der Urlauber ins Spiel, die bei ihrer Anreise vielleicht gerade den Stau auf der A  7 überstanden haben – „und dann sind sie bei uns gleich wieder im Verkehrschaos gefangen“, sagt sie. „Das schürt Frust.“ Auch Geschäftsmann Uwe Horns betont: „Andere Städte nehmen bei ihren Baustellen Rücksicht auf die Sommermonate. In Kappeln wird mitten im Sommer eine Baustelle eingerichtet. Das ist gedankenlos.“ Und Unternehmer Torben Wichmann befürchtet durch die Zufahrt über den Dehnthof weitere Probleme. „Am Hafen wird dadurch mehr Verkehr sein. Ob das ausgerechnet in dieser Zeit sinnvoll ist, bezweifle ich“, sagt er. Lars Meyborg ist derweil sicher: „Wären wir nicht mit Nachdruck im Rathaus aufgetreten, hätte es auch keine Ausweichparkplätze gegeben. Die sind lebensnotwendig für uns.“

Abgesehen vom Timing der Baustelle kreidet der WPK der Verwaltung vor allem die fehlende Information und Kommunikation an. Meyborg sagt: „Eigentlich sollte man die Energie aus der Wirtschaft nutzen. Aber im Moment laufen wir eher gegeneinander.“ Ob die Asphaltierung tatsächlich jetzt nötig ist, mag derweil keiner beurteilen. Auch wenn Torben Wichmann findet: „Sechs bis acht Wochen hätte die Straße schon noch durchgehalten.“ Und im September hätte Kappeln die größte Gästeschar wohl schon hinter sich. Und vielleicht ja auch das Kommunikationsproblem.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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