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Schlei-Bote

01. Oktober 2014 | 12:31 Uhr

Wenn das große Geschäft krank macht

vom

Milchlandwirt Gerhard Jordan appelliert an Hundehalter, ihre Tiere nicht auf Futtergraswiesen koten zu lassen / Gefahr der Übertragung von Parasiten

Barkelsby/Karby | Hunde müssen sich bewegen und rennen, das weiß auch Gerhard Jordan. Aber sie müssen nicht über seine Futtergraswiese laufen und ihr Geschäft dort machen. Das ärgert den Landwirt aus Barkelsby, der seit 1979 Milchkühe hält und Rinder züchtet. "Ich bin auf das Gras zum Füttern der Tiere angewiesen", sagt Jordan und hofft auf Verständnis. Drei bis vier Mal im Jahr wird gemäht, das Gras gehäckselt und zu Silagefutter verarbeitet. Und alles, was sich in dem Gras befindet, das bekommen die Tiere zu fressen, sagt der Landwirt. Im Kot vieler Hunde befänden sich unter anderem Parasiten der Art Neospora caninum, solche könnten bei den Rindern nicht nur zu Verdauungsproblemen führen. Es komme auch vor, dass trächtige Kühe vorzeitig kalben und ihre Geburten verloren gehen, sagt Jordan.

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Willi Brünig von der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Häußermann und Brünig in Karby bestätigt, dass aufgrund dieses Parasits Kühe ihre Kälber vorzeitig verlieren können. Früher sei man davon ausgegangen, dass immer der Hundekot und der darin möglicherweise enthaltene Parasit verantwortlich für die Infizierung war. Dank neuerer Studien des Friedrich-Loeffler-Instituts wisse man heute allerdings, dass der Parasit vor allem auch von Rind zu Rind übertragen wird. Selbst Kälber könnten die Parasiten von ihren Müttern aufnehmen, und so später das Risiko der toten Frühgeburten in sich tragen, erklärt der Tierarzt. Andererseits sei es auch möglich, dass ein bis dato unbelasteter Tierbestand durch infizierten Hundekot im Futter den Parasiten aufnimmt. Der Nachweis werde aber nicht geführt. Eine Übertragung des Parasiten auf den Menschen sei höchst ungewöhnlich, da der Mensch nicht der richtige Wirt für den Parasiten sei, stellt der Tierarzt fest.

Bedenklicher aus Tierschutzsicht ist nach Ansicht von Brünig die Gefahr, die von kleinen Kunststoff- und Gummistückchen für die Tiere ausgeht. Denn neben dem Hundekot finden Landwirte auch zunehmend Bälle und Plastikspielsachen der Vierbeiner auf den Mähwiesen. Auch Jordan fand schon zerhackte Tennisbälle und Plastikmüll. Diese stammten vermutlich von Spaziergängern, die ihre Tiere frei laufen lassen, so Jordan. Nicht alle Spielsachen würden wieder mitgenommen und blieben dann liegen. Früher seien die Sachen von den Mähern nicht oder nur wenig zerkleinert worden. Heute aber würden die Häckseler die Objekte in viele kleine Stücke zerfetzen. "Bälle, auch halbe Bälle, können die Rinder beim Fressen aussortieren, die kleinen Plastikteile nehmen sie aber mit der Nahrung auf", sagt Jordan. Manche Hundespielsachen seien aus so hartem Material, sagt Brünig, dass die Rinder sich bereits bei der Nahrungsaufnahme in der Speiseröhre verletzen. "Die Sachen können wir beim Mähen im rund 30 Zentimeter hohen Gras auch nicht erkennen", sagt der Landwirt.

Metalle wie von Drähten oder Dosen würden die Maschinen registrieren und unmittelbar abschalten. Aber auch beim Füttern könne man solch kleine Fremdkörper nicht erkennen und aussortieren, erklärt Jordan.

Jordan appelliert an Hundehalter, ihre Tiere nicht auf den Grünfutterfeldern laufen zu lassen. Dabei hat er vor allem die Flächen am Wanderweg zwischen Kasmarker Weg und Ringstraße im Blick. Der Weg war jetzt durch die Gemeinde und Beteiligung Jordans befestigt worden. Barkelsbys Bürgermeister Wolf-Dieter Ohrt berichtet: "Das ist ein gewachsener Weg, der ganz früher quer über die Flächen von Kasmark zur Kirche führte." Er sei vor über 15 Jahren an den Knick verlegt worden, um den Landwirten entgegen zu kommen. Im Frühjahr war der Knick wieder auf den Stock gesetzt worden.

Um den Zugang zu der Wiese zu unterbinden, werden Gemeinde und Jordan einen sogenannten Schafdrahtzaun entlang des Weges installieren. Die Pfosten stehen bereits, der Zaun wird von den Gemeindearbeitern befestigt. Zusätzlich werden an den beiden Zugängen zu dem Weg Hinweise auf eine Anleinpflicht in dem Bereich aufgestellt. Mehr könne man aus Sicht der Gemeinde nicht tun.

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erstellt am 28.Sep.2012 | 08:40 Uhr

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