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Mühle „Amanda“ in Kappeln : Welchen Weg nimmt die Mühle?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Städtebauförderung erlaubt nicht jede Art der Nutzung für das Umfeld der Mühle. Jetzt sollen Optionen vor allem für den Schweinestall gesammelt werden.

Dass das Umfeld der Mühle „Amanda“ ein brachliegendes Schmuckstück ist, darüber herrscht weitestgehende Einigkeit. Darüber, dass es unbedingt anders genutzt werden soll, um dieses Schmuckstück auch wirklich zum Glänzen zu bringen, ebenfalls. Eben dazu hatte der Architekt Gregor Sunder-Plassmann bereits zwei Vorschläge unterbreitet, die die drei Gebäudeteile Mühle, Müllerhaus und Schweinestall mit jeweils unterschiedlichen Funktionen belegen. Dabei war der Anlass dafür ein gleichermaßen unangenehmer wie unspektakulärer: Die Mühle wird den Brandschutzauflagen des Kreises nicht gerecht, kann daher nur unter bestimmten Voraussetzungen Trauort und eigentlich unter keinen Umständen Touristinformation sein. Zwei Aufgaben, die sie seit Jahren mit Bravour erfüllt. Und trotzdem führt an einer Umplanung kein Weg vorbei. Dass die Ideen, die bislang für die drei Gebäudeteile besprochen wurden – Stadtmuseum, Café, Touristinfo, Büro der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), Trauzimmer – nicht die einzigen sind, ist mittlerweile auch klar. Eine Entscheidung über die künftige Nutzung muss aber fallen, sollen Zuschüsse aus der Städtebauförderung für die Umgestaltung fließen.

Grundsätzlich förderfähig sind demnach Einrichtungen, die der sozialen, kulturellen oder verwaltungsmäßigen Versorgung der Bevölkerung dienen – so ging es aus der Beschlussvorlage, die dem Bauausschuss vorlag, hervor. Knackpunkt: Zum Zeitpunkt der Antragsstellung für die Förderung muss nicht nur die Art der Nutzung feststehen, sie muss auch für 25 Jahre festgeschrieben sein. Ungeachtet dessen kamen mit der Bücherei, deren jetziges Zuhause in der Schmiedestraße ja auch auf dem Prüfstand steht, einer Mehrzweckhalle und einem Schulungsraum, den die Ortswehr Kappeln gut gebrauchen könnte, weitere Gedankenspiele auf den Tisch – allerdings unterschiedlich gut an. Weiterer Haken: Die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), die die Touristinfo betreibt und künftig gerne im Müllerhaus oder im Stall untergebracht werden soll, erfüllt die Förderungsanforderungen aus bestimmten Gründen nicht, die WTK indes schon – eine Tatsache, die Rainer Moll (SPD) „völlig widersinnig“ nannte, da die OFS als Lokale Tourismusorganisation vor Jahren vom Land gefordert worden sei, nun aber ebenfalls vom Land nicht bezuschusst werde. Nach Hinweis der Bauamtsleiterin Jana Kruse bestünde zwar die Möglichkeit, auch für eine Touristinformation Fördermittel einzuwerben – „aber das ist ein anderer Topf“. Jedenfalls nicht die Städtebauförderung.

Trotzdem einigte sich der Ausschuss am Ende darauf, an der Nutzung des Müllerhauses durch WTK und OFS vorerst festzuhalten und für den Stall weitere Optionen zu sammeln und auf Umsetzung zu prüfen. Nötig ist dafür auch, die finanziellen Auswirkungen – vor allem bei einer Unterbringung der OFS auf dem Mühlengelände – im Blick zu behalten. Zudem soll erneut mit dem Architekten, der Feuerwehr und weiteren potenziell Beteiligten gesprochen werden, ehe die abschließende Entscheidung fällt.

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erstellt am 11.Mär.2017 | 07:30 Uhr

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