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Schlei-Bote

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Kappeln : Waldorfkindergarten kann wachsen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Einrichtung in Mehlby erhält einen Anbau mit 20 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren.

Bereits im Mai lagen die Überlegungen das erste Mal auf dem Tisch des Bauausschusses: Damals hatte der Waldorfkindergarten in Mehlby Vergrößerungswünsche angekündigt und diese mit einer steigenden Zahl von Kindern mit Betreuungsanspruch begründet. Jetzt befasste sich der Sozialausschuss mit diesem Thema, dessen Vorsitzender die Erweiterungspläne ebenfalls schon im Mai ausdrücklich begrüßt hatte.

Für die Verwaltung fasste Thomas Johannsen zunächst die Ausgangslage zusammen. Demnach beherbergt der Waldorfkindergarten derzeit zwei Gruppen, klagt aber über Platzmangel, der es vor allem erschwert, Kinder unter drei Jahren (U3) unterbringen zu können. Insgesamt verfügen Kappelns Kindergärten nach den Worten Johannsens aktuell über 85 U  3-Plätze, damit übertrifft die Stadt die landesweit geforderte Erfüllungsquote von 35 Prozent. „Ausreichend ist die Zahl aber trotzdem nur auf dem Papier“, sagte Johannsen und schob als Nachweis gleich eine andere Zahl hinterher. „Insgesamt gibt es in Kappeln 205 Kinder unter drei Jahren“, sagte er. „Und die Nachfrage nach weiteren Betreuungsplätzen ist da.“ Wird die Erweiterung im Waldorfkindergarten Realität, kämen 20 U  3-Plätze hinzu. „Dann“, so Johannsens Rechnung, „liegen wir bei einer Erfüllungsquote von über 50 Prozent“. Andere Kommunen allerdings, und das dämpfte die gute Vorausschau etwas, schafften auch bis zu 80 Prozent.

Neben den 20 Betreuungsplätzen würden im geplanten Neubau in Mehlby auch Sozial- und Sanitärräume, außerdem Küche, Büro und Ruheraum untergebracht. Insgesamt kalkuliert der Waldorfkindergarten dafür Kosten von gut 663  000 Euro. Erfreulich dabei: Wer neue U  3-Plätze schafft beziehungsweise die Qualität seiner Einrichtung für U  3-Kinder verbessert, darf mit nicht ganz unerheblichen Fördermitteln rechnen. Das Bundesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ verspricht 22.000 Euro für jeden neuen U  3-Platz – bei den avisierten 20 Plätzen im Waldorfkindergarten kämen auf diese Weise also 440.000 Euro zusammen. Den Restbetrag von gut 223.000 Euro müssten sich der Trägerverein, in diesem Fall die Gemeinschaft zur Förderung der Waldorfpädagogik Kappeln, mit einem Anteil von 15 Prozent (knapp 34.000 Euro) und die Stadt (knapp 190.000 Euro) teilen. Die Stadt würde dazu eine Kreditaufnahme bemühen müssen.

Ausschussvorsitzender Helmut Schulz (SPD) blieb auch jetzt seiner Ansicht vom vergangenen Mai treu. „Es ist wirklich wichtig, dass wir so viele Betreuungsplätze wie möglich vorhalten“, sagte er. „Das gehört zur Qualität einer Stadt und macht sie attraktiver für berufstätige Eltern.“ Gleichwohl betonte Schulz, dass die Erweiterung des Waldorfkindergartens zwar ein „löblicher Anfang“ sei – „aber dabei wird es nicht bleiben können“. Einstimmig empfahl der Sozialausschuss danach, dem Waldorfkindergarten die erforderliche Summe von Seiten der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Weiteres in Kürze:

> Der Sozialausschuss hat seine Prioritäten bei der Vergabe von Zuschüssen für das kommende Jahr festgelegt. Dabei soll auch die Bedarfsanalyse des Kreises Berücksichtigung finden, die einen erhöhten Betreuungsbedarf bei Jugendlichen unter 25 Jahren ergeben hat. Weitere Schwerpunkte sollen sein: Stärkung des Ehrenamtes, Förderung der Chancengleichheit von Migranten, das Projekt „Hand in Hand – Paten für Kappeln“, Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen, Förderung der Familienbildung und Unterstützung bei psychosozialer Beratung.

> Aus seinem eigenen Budget bezuschusst der Sozialausschuss das Familienzentrum in Ellenberg mit 1000 Euro. Das Geld möchte das Familienzentrum nutzen, um spezielle Angebote und Aktionen, wie etwa den Frühstückstreff oder Kochen mit Flüchtlingen, umzusetzen.

> Auch in diesem Jahr will das Gremium Kappelner Bürger wieder zur Unterstützung des Weihnachtshilfswerks aufrufen. Um sicherzustellen, dass auch tatsächlich bedürftige Menschen die Zuwendungen (Geld und Lebensmittelgutscheine) erhalten, benötigt der Sozialausschuss die Hilfe von Vereinen und Institutionen, die die jeweils konkrete Lebenssituation der betroffenen Familien am besten kennen und einschätzen können.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 07:15 Uhr

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