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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Kappeln : Von der Pädagogik in der Kirchstraße

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Berufsbildungszentrum hat seine Türen geöffnet. Zum festlichen Empfang kamen Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Clavin (17) fräst eine Stahlplatte, die später mal ein Steckspiel sein wird. Stück für Stück steuert er die Fräsmaschine zu der Platte. Mit der Maschine umzugehen, hat er während des Fachpraxisunterrichts in der Berufsfachschule Technik gelernt – erst unter Anleitung, dann selbstständig. Nächstes Jahr wird er seinen Realschulabschluss machen. Und danach? „Ich würde gerne eine Ausbildung zum Industriemechaniker anfangen“, sagt er. Im Hauptgebäude führen Yeganeh (18) und Anna (16) durch die Welt der Sinne. Sie besuchen im ersten Jahr die Berufsfachschule Gesundheit und Ernährung und sind sich einig: Wenn Sie ihren Realschulabschluss in der Tasche haben, machen sie das Abitur.

„Wir verstehen uns als kundenorientierten, regionalen Dienstleister in der beruflichen Bildung“, erklärte Uwe Schürch, Außenstellenleiter des Berufsbildungszentrums in Kappeln, gestern beim Tag der offenen Tür, wo von Kfz und Metalltechnik über Gesundheit und Ernährung bis hin zu Verkauf und Einzelhandel alle Fachbereiche ihre Arbeit in Theorie und Praxis vorstellten.

Dass die Schule ihre Türen öffnete, hatte einen besonderen Grund: 111 Jahre Pädagogik in der Kirchstraße. Für Vertreter aus Politik und Wirtschaft Anlass, der Einladung in die Schule zu Folgen und Einblicke in die Arbeit des BBZ zu gewinnen. Darunter auch Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Bürgermeister Heiko Traulsen.

„Ich werde nun ein 111-minütiges Referat über die Geschichte der Schule halten“, scherzte Uwe Schürch zu Beginn des Empfangs. 1905 wurde die Präparandenanstalt für angehende Volksschullehrer geründet, als der preußische Staat Schulwesen und Lehrerbildung besonders förderte. Von 1923 bis 1978 – über die Hälfte der 111 Jahre – war die Kirchstraße die Adresse der Klaus-Harms-Schule, ehe die Realschule die Gebäude übernahm und sie 1982 an die Berufsschule übergab.

Drei Schulformen fanden dort Platz. Die Geschichte des Gebäudes – ein Spiegel der schulischen Entwicklung im Land und mit dem Einzug der Berufsschule auch der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Neue Ausbildungsberufe machten Umbauten und Umnutzungen innerhalb des Gebäudes notwendig. Und: „Als Dienstleister wollen wir unser Angebot stets auf dem aktuellen Stand halten“, so Schürch. In acht Klassenräumen gehört Kreide deshalb der Vergangenheit an – stattdessen wird an interaktiven Tafeln gelehrt.

Auch schlug Schürch eine Brücke zur Gegenwart und mahnte: „Es ist eine ausreichende Zahl von Schülern notwendig, um eine vernünftige Ausbildung gewährleisten zu können.“ Derzeit werden 382 Schüler von 37 Lehrkräften im BBZ Kappeln unterrichtet. Immer wichtiger werde auch im BBZ das Thema Inklusion. In Kooperation mit der Schule am Markt verfolgt das BBZ seit rund zwei Jahren das Projekt „InGE“ (Inklusion mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung). Es sei modern, innovativ und ein guter Rahmen, um die Schüler mit Behinderungen auf eine mögliche Berufstätigkeit vorzubereiten, erklärte Schürch.

Abschließend gab Uwe Schürch auch Ausblick in die Zukunft der Schule: „Wir müssen uns als Dienstleister immer weiterentwickeln und in der Region immer wieder neu verankern.“ So wird das BBZ in Kappeln voraussichtlich zum Schuljahr 2018/19 den Berufsfachbereich Sozialpädagogik in Teilzeit beziehungsweise berufsbegleitend einrichten.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 08:30 Uhr

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